Die modernen Heroen, die Supermänner, die jeden Samstag in die Stadien einlaufen, von der Masse umjubelt, von der Werbeindustrie vermarktet; die „Staatsamateure“, Spitzensportler im Dienst des Staates: Hier zeigt sich das wohlberechnete Interesse der Unternehmer und der Politiker am Sport. Beide machen sich das Bedürfnis der Menschen etwa nach Unterhaltung, Ablenkung von der tristen Arbeitswelt, kompensatorischer Befriedigung des Aggressionsstaus zunutze. Dabei zählt für sie weniger Leistung als vielmehr der Erfolg.

Hier liegt eine große Gefahr für den Sport. Der Mensch wird – auch durch den starken Einfluß der Massenmedien – in eine passive Rolle gedrängt, die zu seiner Entmündigung beiträgt. Die vielfältigen Möglichkeiten, die auch im Sport liegen. – das aktive Gestalten des Lebens; die sozialisierende Funktion des Spiels, der pädagogische Beitrag des Sports zur Emanzipation, Mündigkeit und Interaktionsfähigkeit –, können nur dann verwirklicht werden, wenn es gelingt, den Menschen aus seiner passiven Rolle als Konsument zu aktivem Selbsthandeln anzuregen – und das nicht nur im Sport.

Im Bereich des Sports wäre das möglich, wenn mehr Spiel- und Sportplätze und Hallen für den Breitensport gebaut würden, wenn genügend qualifizierte Sportlehrer ausgebildet würden, die nicht nur „Techniker“, sondern auch Pädagogen sind. Dazu ist sehr viel Geld nötig, Geld, das die Politiker heute noch lieber in Sportpaläste und herabgewirtschaftete Fußballvereine stecken.

Konrad Groth, 20 Jahre

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Meine Meinung ist, daß eine Verbindung von Sport und Geschäft nicht dem Sinn des Sporttreibens entspricht.

Sport soll Freude machen, eine Freizeitbeschäftigung sein, die fit macht. Leider sind diese Bedingungen bei Amateur- und Profisportlern nicht mehr gegeben, sondern hier herrschen Leistungsdruck und hartes Training bis zum Rande der Erschöpfung. Natürlich kann man sagen, daß gerade der Leistungsdruck, unter dem auch die Amateure stehen, eine finanzielle Entschädigung rechtfertigt.