Die Auto-Zulassungszahlen für Januar und Februar reihen die Bayerische Motoren-Werke AG, München (BMW), mit einem Minus von fast 44 Prozent gegenüber den gleichen Monaten des Vorjahres unter die Hauptverlierer ein. Zwar war der Rückgang bei Opel und vor allem bei Ford noch größer, aber mit diesen hat sich das stolze BMW-Management nie verglichen, sondern allenfalls, natürlich mit gewissen Einschränkungen, mit Daimler-Benz.

Das Prekäre für BMW ist nun, daß die Untertürkheimer in dieser schwierigen Branchensituation sogar noch eine Zunahme von 3,8 Prozent buchen. konnten. Gewiß decken sich Programmpalette und Kundenstamm von BMW und Daimler nur teilweise. In der Rezession 1966/67 aber waren seinerzeit die Münchner mit ihren Prestigewagen fast ebenso gut wie die Schwaben davongekommen.

Die BMW-Vorstände und ihr „großer Bruder“, Mehrheitsaktionär Quandt, tun gut daran, jetzt auf jeden Zweckoptimismus zu verzichten und ihre Modellpolitik mit aller Konsequenz zu revidieren. Ihr Programm mag gut sein, aber es ist lückenhaft und keineswegs optimal. Für BMW hat die Autodämmerung den Übergang vom Verkäufer- zum Käufermarkt gebracht. Die Lieferfristen, mit denen man immer geprunkt hat, erwiesen sich als labile Luftkissen.