Gabriele Lorenzer: "Drei Äpfel" und "Eingepackt ausgepackt"; Otto Maier Verlag, Ravensburg, 1974; je 16 S., 4,80 DM.

Für die Allerkleinsten ab 2 Jahren, deren Bücher aus Bildern zum Anschauen bestehen und denen man gerade mit diesen ersten Dingen zum Anschauen und Wiedererkennen etwas mehr als nur ein Spielvergnügen möglich machen möchte. Hier sind es erstens ausgezeichnet komponierte Farbphotos, Lehrbilder des Geschmacks, und zweitens ein ganz einfacher, aber für das Kind anregender logischer Ablauf. Im einen Band geht es um Äpfel, die dem Kind sicher bekannt und vertraut sind, und um Verwandlungen in Form und Menge, die Äpfel täglich vor den Augen des Kindes durchmachen. Das bringt Spannung in diese genial simple Grundidee. Beim zweiten Band handelt es sich um das Ein- und Auspacken, um Hüllen und Inhalte, wobei Überraschungseffekte, Belehrung und eine erfreuliche Prise Humor den alten Gebrauchsgegenstand Pappbilderbuch zu einem modernen Vorschulschatz aufpolieren.

Monica Gydal und Thomas Danielsson: "Ole kommt ins Krankenhaus" / "Ole bekommt ein Brüderchen" / "Oles Freundin Petra" / "Oles Großvater", illustriert von Mats Andersson, aus dem Schwedischen von Elke Pirck; Carlsen Verlag, Reinbek, 1974; je 30 S., je 8,80 DM.

Kinder brauchen – auch und neben anderen Büchern – Bilderbücher, die ihnen das eigene Leben präsentieren und die darstellen, wie andere Kinder in ähnlichen Situationen mit sich und der Umwelt fertig, geworden sind. Denn nicht alles läßt sich mit Märchen und Fabeltier bewältigen. Die neue Serie "Ole und seine Welt" erfüllt diese Forderung so musterhaft und bis ins kleinste Detail, daß man ihr größte Verbreitung wünscht. Hervorragend ist die Kombination von Sachlichkeit – wenn es um Dinge – mit warmherzigem Gemüt – wenn es um Menschen, um Scheidung, Liebe und Tod (des Großvaters) geht. Dabei unterstützen die Illustrationen die Unsentimentalität der Geschichten, die sich mit ihren kurzen Sätzen gut vorlesen lassen.

John Grant: "Minizinken und Doppelglubscher", aus dem Englischen von Michaela Lentz, Annette Betz Verlag, München, 1974: 64 S., 7,80 DM.

"Littlenose" war der Star der BBC-Vorschulserie, "Jackanory". Er ist ein Neandertaljunge, dessen ohnehin ziemlich ereignisreicher Steinzeit-Alltag zwischen Mammuts und Muschelsucher, besonders flott und humorvoll erzählt wird. Kinder begreifen, wie das ist, wenn man ohne Häuser, Licht und Elektroherde, Kaufhäuser und warme Betten leben muß. Das weckt sicher nützliche Vorstellungen und Fragen, setzt Camping einmal in ein anderes Licht, auch unsere Aufgäbe, die einst so reine, leere Welt nicht allzusehr zu verunstalten. Bietet im Rahmen der Vorschulbücher eine neue Kulisse mit ganz anderen Fakten und Denkanstößen.

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