Neun Sozialdemokraten (bisher elf) und drei Freie Demokraten (bisher zwei) bilden den neuen Hamburger Senat. Die zwölfköpfige Regierungsmannschaft setzt die sozialliberale Koalition mit gesteigertem Einfluß der FDP fort. Die SPD hatte in der Hansestadt am 3. März ihre absolute Mehrheit verloren (44,9 Prozent der Stimmen gegenüber 55,3 im Jahre 1970), die FDP konnte sich von 7,1 auf 10,9 Prozent verbessern, die CDU-Opposition von 32,8 auf 40,6 Prozent.

Die Regierungsbildung, die am 30. April von der Bürgerschaft formell sanktioniert werden muß, wurde durch Widerstände in der SPD-Basis erschwert. Zweimal erlitten Kandidaten des SPD-Landesvorstandes Abstimmungsniederlagen. So scheiterten zunächst die Senatoren Heinsen und Hackmack, denen wieder die Vertretung der Hansestadt in Bonn beziehungsweise das Ressort Vermögen und öffentliche Unternehmen anvertraut werden sollten. Sie zogen ihre Kandidatur zurück.

Beim neuen Anlauf zur Besetzung dieser Ämter bekam der Leitende Regierungsdirektor Steinert erst im zweiten Wahlgang die erforderliche Stimmenmehrheit als Bonn-Bevollmächtigter. An Stelle des offiziellen Kandidaten Kalff (Vermögen) setzte die Parteibasis den Senator Eckström (bisheriges Ressort: Ernährung und Landwirtschaft)