Einen Schildbürgerstreich unterstützten die Beamten im Finanzamt Nürnberg-Nord. Während Staatssekretär Konrad Porzner vom Bundesfinanzministerium erst jüngst erklärte, Bonn habe die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um den Mißbrauch mit Steuervorteilen bei Kapitalanlagen auszuschließen, erteilten sie dem Nürnberger Makler Fritz Berger mit seiner "Pegasos GmbH & Co KG" eine Genehmigung, auf Kosten des Steuerzahlers in den bayerischen Wäldern nach Öl zu bohren.

Bohrungen die sich an den steuerbegünstigder Bohrungen beteiligen, dürfen laut Schreiben der Finanzbehörde bis zu 200 Prozent ihres eingesetzten Beteiligungskapitals vom steuerpflichtigen Einkommen absetzen – falls kein Öl dafunden wird. Die Steuerbeamten stützen sich dabei auf einen Erlaß des Bundesfinanzministers, der Kosten für Fehlbohrungen in voller Höhe als Abschreibungen zuläßt. Für die Zeichner von Anteilen an Kommanditgesellschaften in höchster Steuerprogression bedeutet das eine sichere baren dite vom Finanzamt als Anerkennung für baren Unsinn. Zweiflern an der Lauterkeit der Offerte hält Berger hat Anerkennungsschreiben von "Das Finanzamt hat es geprüft, es ist steuerlich absolut in Ordnung."

Das abenteuerliche Beteiligungsangebot, das in einem Monat bereits 1,2 Millionen Mark anlockte, ist formell sicherlich einwandfrei. Daß allerdings der Steuerzahler für die private Schatzsuche dieser Herren aufkommen soll, ist angesichts der Aussichtslosigkeit des Unternehmens unerträglich. Wenn dieser Steuertrick Erfolg hat, müßte man den Zeitgenossen empfehlen: Bohrt, Leute, bohrt. jfr.