Alle Preise steigen, nur die der Aktien nicht. Ein Blick auf unsere neue Auslandsfonds-Tabelle verdeutlicht das. Stabilität erwies sich bislang als bester Haussemotor, Inflation als Signal zum Kursverfall. Nennenswerte Leistungen der Fondsgesellschaften liegen fast ausschließlich in den Zeiten vor dem Beginn der hohen Preissteigerungsraten. In den zurückliegenden Fünf- und Dreijahresperioden erwies sich die Aktie dagegen als miserabler Inflationsschutz.

Experten nennen dafür drei Gründe: Erstens leidet die Gewinnentwicklung der Unternehmen in Inflationszeiten, weil die Kosten schneller als die Preise steigen. Der reale Wert der Gewinne schrumpft angesichts steigender Kosten für die Wiederbeschaffung von Maschinen und Aufwendungen für geplante Investitionen. Zweitens stehen die Dividenden in Konkurrenz zum Zinsertrag. Steigen die Zinsen am Kapitalmarkt (und das tun sie in Inflationszeiten), dann werden die Dividenden weniger wert, und die ertragsabhängigen Kurse fallen.

Investmentexperten messen den Wert einer Aktie üblicherweise am Kurs-Gewinn-Verhältnis. Doch sind Gewinne in der Praxis so lange nichts wert, wie sie sich nicht in blanker Münze, das heißt in Form von Dividenden niederschlagen. Für etliche Fondssparer spielt die Höhe der Dividenden geschweige denn die Zusammensetzung des Fondstopfes, dessen Anteile sie besitzen, keine ausschlaggebende Rolle. Sie setzen auf das Wachstum des Unternehmens und auf adäquate Kursgewinne. Doch führt diese Betrachtungsweise leicht zu Fehlschlüssen.

Für viele Fondsmanager spielen nämlich vorübergehende Fondsmanager an der Börse und dadurch bedingt ein Absinken der Rücknahmepreise keine Rolle, solange sie ihren Kunden kontinuierliche oder gar steigende Ausschüttungen präsentieren können. Das gilt insbesondere für die sogenannten Pensionsfonds, jenen großen Finanzinstitutionen, die nach dem gleichen Prinzip wie Investmentfonds operieren, jedoch laufende "Pensionen" in Form von Ausschüttungen zahlen müssen, das heißt, feste Verbindlichkeiten erfüllen müssen.

Der dritte Grund, warum die Inflation, ein schlechter Verbündeter der Fondssparer ist, liegt in folgendem Problem: Steigende Löhne und Kosten erhöhen den internen Kapitalbedarf eines Unternehmens. Wenn das zu Dividendenkürzungen führt, dann sind die Pensionsfonds gezwungen, sich von Aktien zu trennen, um den Bedarf an Liquidität zu decken. Die Fonds werden zu Verkäufern, die Kurse fallen, und mit ihnen sinkt der Wert der Fondsanteile. jfr.