Der Devisenchef der Schweizerischen Bankgesellschaft mußte seinen Hut nehmen

Am Karfreitag kam es heraus. Eidgenössische Zeitungsmacher, die an den Osterausgaben bastelten, fanden unter vielen anderen Drucksachen auch eine von der Schweizerischen Bankgesellschaft. Die Mitteilung trug den harmlosen Titel "Personelles" und sah von ferne aus, als sei irgendein Prokurist zum Vizedirektor ernannt worden. Manche Empfänger der Mitteilung mögen in diesem Stadium den Papierkorb benutzt haben.

Wer dann allerdings weiterlas, riß alsbald beide Augen auf. Recht Ungewöhnliches stand nämlich auf dem Papier: "Die Schweizerische Bankgesellschaft hat durch Devisengeschäfte eines Kunden einen größeren Verlust erlitten. In diesem Zusammenhang hat der für die Überwachung dieser Geschäfte verantwortliche Leiter, der Hauptabteilung Devisen, R. Strebel, stellvertretender Generaldirektor, seinen Rücktritt eingereicht. Die zuständigen Behörden haben am 11. April 1974 diesem Gesuch entsprochen. Der Verlust ist durch bestehende Bewertungsreserven auf Devisen und Edelmetalle bei weitem überdeckt."

Was ein "größerer Betrag" in Franken und Rappen oder vielmehr in Millionen ist, darüber

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hob alsbald ein großes Rätselraten an. Von der Bank selbst war nichts herauszubringen. Erheblich mußte er aber schon sein, wenn die Bank ihn der öffentlichen Erwähnung für wert befand. Über seine Höhe gehen die Behauptungen weit auseinander. Es wurden Summen zwischen zwölf und 120 Millionen genannt, jeweils natürlich aus "absolut zuverlässiger Quelle". Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen, vielleicht ist die Summe auch noch höher.

Aber selbst dann wäre das Bankinstitut in keiner Weise gefährdet. Die Bankgesellschaft ist immerhin das größte schweizerische Kreditinstitut mit 40 Milliarden Franken Bilanzsumme. Die offenen Reserven betragen 1,6 Milliarden, wovon allein 875 Millionen auf den sogenannten speziellen Reservefonds, der also frei verwendet werden kann, entfallen.