Geh doch zum Club", raten in Nordrhein-Westfalen erfahrene Reisende häufig ihren Freunden und guten Bekannten, die die Vorzüge exklusiver Ferienaufenthalte und preiswerter Charterflüge gleicherweise zu schätzen wissen. Der Club – das bedeutet: fliegen in der Touristenklasse, faulenzen in der Fünf-Sterne-Kategorie. Die Kombination ist auch den großen Veranstaltern geläufig. Aber der Club ist darauf spezialisiert. Und Mundpropaganda ist sein vornehmster Werbeträger.

Der Club, eigentlich sind es zwei Unternehmen, nämlich der Caravelle Club, ein eingetragener Verein zur Förderung des Flugtourismus, 1500 Mitglieder, und der Caravelle Club Reisedienst, eine GmbH mit jährlich über 12 000 Buchungen, verdankt seine Existenz der Privatinitiative (1968) einiger Bankiers in und um Düsseldorf. Die Außenseiter der Touristikbranche hatten sich von der Idee leiten lassen, einem, so Geschäftsführer Tom Plange, "gehobenen Publikum" die Charterflugreise zum erkorenen Urlaubsziel mit einem luxuriösen Hotelarrangement schmackhaft zu machen. Der gehobene Reisestil sollte schon am Flughafen mit individuellen Transfers einsetzen und außer der Unterbringung in Nobelherbergen auch Privilegien für Golf und Tennis einschließen.

Das ambitionierte Vorhaben scheiterte an der organisatorischen Praxis. Plange: "Es gab keine Möglichkeit, die vereinbarten Einzelleistungen in allen Hotels rund ums Mittelmeer zu kontrollieren." Dennoch ist die Konzeption der Banker in Umrissen erhalten geblieben. Sie entscheidet noch immer über Qualität des Angebots, Hotelkategorie und Zusammensetzung des Publikums und trug dem Club seit ungefähr 1970 jährliche Zuwachsraten von 20 Prozent ein. Geschäftsführer Plange: "Wir haben uns ein solides Polster erarbeitet."

Der Club befolgt drei Prinzipien ökonomischer Geschäftspolitik: alle selbst veranstalteten Charterreisen (zu 90 Prozent mit LTU) nur von und bis Düsseldorf; Verkauf der Arrangements ausschließlich über das eigene Büro in der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Allee 37, also nicht über Reisebüro; gezielte Werbung (Kundenkartei, 10 000 Prospekte). Das Unternehmen beschäftigt 14 Angestellte und kann es sich bei geringstem Aufwand leisten, jeden Interessenten persönlich zu beraten. Die Einsparungen (unter anderem der Reisebüroprovisionen) kommen den Gästen zugute. Plange: "In allen Luxushotels sind wir preiswerter als die Konkurrenz."

Hauptoperationsgebiet ist Spanien mit mehr als der Hälfte des gesamten Buchungsaufkommens. In Spanien hat der Club tatsächlich Hotels unter Vertrag, bei deren Anblick schlichte Lohnempfänger ein sanftes, wollüstiges Gruseln überkommt: das "Son Vida" und das "Formentor" auf Mallorca, das "Hilton Marbella", das "Astir Palace" in Vouliagmeni, das "Grand Hotel" in Rhodos, das "San Felipe" in Puerto de la Cruz ... Ferien im Luxushotel kosten je nach Vollständigkeit des Arrangements (also Halb- oder Vollpension) in zwei Wochen zwischen 1300 und 1500 Mark. Es gibt aber Sonderangebote für Ferien in kleinen Pensionen, die um das Vier- bis Fünffache billiger sind. Weitere Operationsgebiete von Bedeutung sind Portugal mit der Algarve und Madeira sowie im Winter die Bahamas als einziges Fernreiseziel in eigener Regie (andere Ziele, wie etwa Mexiko, in Zusammenarbeit mit Terramar oder airtours).

Die Clubmitglieder zahlen einen Jahresbeitrag von 60 Mark und genießen den Vorteil eines Rabatts von drei Prozent auf alle Club-Reisen. Viele Kunden fliegen jährlich mehrfach zu ihren Lieblingszielen, deren Anziehungskraft sie möglicherweise durch den Erwerb eines Latifundiums gekrönt haben. Noch einmal Tom Plange: "Sonderarrangements sind ein ganz erheblicher Teil unseres Geschäfts." Über den Jahresumsatz (schätzungsweise fünf Millionen) mag der mitteilsame Geschäftsführer nichts aussagen. bo