Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann –

Unbedingt:

Joni Mitchell: "Court and Spark"; Asylum AS 53 002, 22,– DM.

Die neuen Lieder der Joni Mitchell sind – schon seit der LP "Bitte" – in all ihrer feministischen Sensibilität und selbst in den privatesten Aspekten ungleich verbindlicher und genauer als alles, was respektierte Songpoeten wie Dylan oder Lennon in den letzten Jahren geschrieben haben. Miss Mitchell analysiert zerbrochene Gefühle und hoffnungslose Liebesaffären, charakterisiert Personen ganz plastisch in grotesken Situationen und läßt komplexe Emotionen so präzis in bildhaften Begriffen gerinnen, daß man sich über die scheinbar mühelose Kunstfertigkeit ihrer Kompositionen nur noch wundern kann.

Nach Möglichkeit:

Mott: "The Hoople"; CBS 69 062, 22,– DM.

Als eine Gruppe, die ihre Vorbilder – die Stones, Bob Dylan und The Velvet Underground – nie verleugnete, hat dies Quintett mit seinen letzten beiden Langspielplatten endlich die Identität erreicht, die es immer schon anstrebte. Sieben der neun Kompositionen sind sophistisch arrangierte Hard Rock-Songs, in denen Ian Hunter, Chef der Band, vorzugsweise seine misogynen Popstar-Phantasien auslebt. Instrumental war die Gruppe nie besser als hier.