An zwei innerparteilichen Frontabschnitten sind die Jungsozialisten in die Defensive geraten: In Bayern und Nordrhein-Westfalen. Auf einer Landeskonferenz in Regensburg zeigte die Nachwuchsorganisation deutliche Beklommenheit über den Beschluß des SPD-Bezirks, 26 Parteiordnungsverfahren einzuleiten. In Köln verzichteten die Jusos auf Verabschiedung eines marxistischen Aktionsprogramms, nachdem der stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Bäumer mit harten Konsequenzen der Partei gedroht hatte. Bei Verletzung des sozialdemokratischen Prinzips der Solidarität würde die Partei die Jungsozialisten künftig als "außerhalb der SPD stehende Arbeitsgemeinschaft qualifizieren".

Das Papier "Aktionsprogramm" mit seiner Klassenkampf-Tendenz wurde nach einer Kampfabstimmung zum Diskussionsentwurf heruntergestuft. Die Juso-Vorsitzende Heide Wieczorek-Zeul hatte die "Genossen" zuvor aufgerufen, nicht in die "aufgeklappten Messer" derjenigen SPD-Mitglieder zu laufen, die die Jusos ausschließen wollten. Zugleich forderte sie aber umfangreiche Verstaatlichungen, ohne welche "wirkliche Reformpolitik" nicht möglich sei.