Dem Flensburger Werftbesitzer Lohse verdankt die Westbank AG, Hamburg, im besten Falle drei Millionen Mark. Er hatte das von der Westbank den Aktionären der Creditbank AG, Flensburg, gemachte Angebot zunächst nicht "bedingungslos" angenommen, jeweils fünf Creditbank-Aktien gegen zwei Westbank-Aktien zu tauschen. Nur wenn mehr als 90 Prozent dieser Offerte zustimmten, waren die Hamburger bereit, das völlig überschuldete Flensburger Institut zu übernehmen. Lohse besitzt 12 bis 13 Prozent; er machte Einwände, so daß die Westbank sich in der Lage sah, ihre Offerte zurückzuziehen, obwohl wenige Stunden nach Ablauf der Annahmefrist Lohse seine Aktien doch zum Tausch zur Verfügung stellte.

Der Westbank kam die Rückzugsgelegenheit offensichtlich nicht ungelegen. Denn inzwischen hatte ein Emissär der Bank auf den Balearen die Risiken untersucht, die sich die Creditbank im Ferienbaugeschäft aufgeladen hatte und die nun von der Westbank übernommen werden sollten. Die Pleite der Creditbank schien unvermeidlich zu sein. Doch dank zäher Verhandlungen der Bankenaufsicht, die unbedingt eine Bank-Insolvenz vermeiden wollte, kam ein Kompromiß zustande. Die Westbank steht zu ihrer alten Übernahme-Offerte, allerdings nur, weil der "Feuerwehrfonds" der privaten Banken für das Spanien-Objekt eine Ausfallbürgschaft von drei Millionen einräumt.

Das ist für diesen Fonds eine völlig neue Aufgabe. Er wurde gegründet, um bei Bank-Pleiten kleinere Einleger vor Verlusten zu bewahren. Hier muß er dazu herhalten, eine Bank-Sanierung zustande zu bringen, bei der die Eigentümer der Bank mit einem blauen Auge davonkommen. Begründung: "Die Pleite der Creditbank hätte den Fonds mehr als drei Millionen gekostet." Das ist sicherlich richtig. Nur darf sich der Fonds nicht wundern, wenn künftig "schwache" Banken argumentieren: "Stützt uns jetzt, unsere Pleite kommt euch teurer!" K. W.