DIE ZEIT

Worte der Woche

"So wird die ~~~~~ Hühnerhofes zum gesellschaftspo~~~~~ ~~~bild christdemokratischer Reaktio~~~~~~~~heit durch Ungleichheit garantie~~~ ~~~~game Paarungsverhalten der Gra~~~ ~~~~ m Maßstab der Beratungen der Reform des Ehescheidungsrechts.

Zeitspiegel

Zunächst waren die Chinesen in einem Hotelneubau im äußersten Süden Bonns untergekommen. Nun, anderthalb Jahre nach der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen, halten sie nach einem Grundstück für den Bau ihrer Botschaft Ausschau.

Das Statut

Die Titelrechte an der ZEIT sind der ZEIT-Stiftung übertragen worden. Zur Berufung des Chefredakteurs und der Stellvertreter ist die Zustimmung des Kuratoriums der Stiftung erforderlich.

Der Verleger rechnet

Tatbestand: Der Zeitverlag Gerd Bucerius KG verlegte bisher die Wochenzeitung DIE ZEIT und das Wochenmagazin Wirtschaftswoche.

Mitsprache und Kollegialität

Es hat genau dreieinhalb Jahre gedauert – aber vom 1. Juli 1974 an hat auch die ZEIT ein Redaktionsstatut. Daß es vom ersten Anstoß bis zur Inkraftsetzung so lange währte, hat seine Gründe.

Reaktor-Reaktionen

Atomreaktoren für Israel und Ägypten aus dem Füllhorn Uncle Sams – tickt da im Diplomatenköfferchen Kissingers eine Zeitbombe? Ganz so einfach, wie es die landläufige Reaktion unterstellt, ist es nicht.

Schleichfahrt in den Sozialismus?

Bis jetzt war das eine beinahe gemütliche Labourregierung, ganz anders im Temperament als ihre beiden Vorgängerinnen der Jahre 1964 bis 1966 und 1966 bis 1970.

Steffen mit dem großen Stock

Am Sonntag wurde Klaus Matthiesen zum SPD-Spitzenkandidaten von Schleswig-Holstein gewählt. Beim Landtagswahlkampf im kommenden Frühjahr soll; der 33jährige gegen CDU-Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg ins Feld ziehen und die Wahl für die SPD gewinnen.

Wolfgang Ebert: Wiedergutmachung

"Nein!!! Hier war noch was anderes im Spiel." Er näherte sich meinem Ohr und flüsterte: "Wir mußten verlieren. Auch das hat uns die Koalition mit ihrer Ostpolitik eingebrockt.

Sind beider Einstellung des DDR-Spions Guillaume Partei- und Staatsinteressen miteinander verquickt worden? Dies versucht seit einer Woche ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß zu klären. Warum haben unsere Sicherheitsdienste versagt?: Verfassungsschutz und Demokratie

Als am 24. April 1974 einer der engsten Mitarbeiter von Bundeskanzler Willy Brandt, der Referent für Parteiangelegenheiten Günter Guillaume, als Ostspion enttarnt wurde, wuchs die Sorge um die Sicherheit der Bundesrepublik und politische Auswirkungen nicht absehbaren Ausmaßes.

Abriß oder Renovierung?

Der Putz bröckelt ab; die Fenster im Erdgeschoß sind zugemauert, in den anderen Stockwerken eingeschlagen, die Türen verrammelt; das Abflußrohr der Regenrinne endet über dem Boden, so daß jeder Regen die Fassade weiter angreift.

Jet-Set am Brett

Das Licht war schummerig, es roch nach edlem Parfüm, teurem Tabak und manchmal auch ein bißchen nach Schweiß. Zwei Tage lang durfte der internationale Jet-Set, alles, was sich zur großen Welt zählt, in Münchens feinem Montgelas-Palais dem neuesten Modespiel der Playboys frönen: auf Mahagonibrettern, umgeben von echtem Leder oder halbem Edelstein, rollten die Würfel zum Backgammon, wurden weiße und schwarze Steine auf 24 schmalen, spitz zulaufenden Dreiecksfeldern hin- und hergeschoben.

"Immer dieselben"

Im Frankfurter Polizeipräsidium nimmt man an, daß Semesterferien an der Johann Wolfgang Goethe-Universität erfahrungsgemäß auch der Stadt ruhige Wochen bringen.

Die Qual der Wahl

Die Liberalen zieren sich. Obwohl oder vielleicht gerade weil die Sozialdemokraten in Schleswig-Holstein nicht müde werden, der FDP des Landes eine Regierungskoalition im Falle einer gewonnenen Landtagswahl 1975 anzutragen, bleibt die FDP nicht nur stumm, sondern verteilt auch zeitlich begrenzte Körbe.

Ein Bruderkampf im Hause Deutschland

Eine Fußballnation trägt Trauer, die andere griff auf ihre Geschichte zurück. Der Elegie der Deutschen entspricht die Selbstzerfleischung auf italienisch.

"Schicksalsspiel"

Stanley Rous – abgehalfterter Präsident des Weltfußballbundes (FIFA) – übte sich in einer Publikumsbeschimpfung. Er nahm den bundesdeutschen Zuschauer beim "Schicksalsspiel der Nation" aufs Korn.

Seeredits-Konierenz: Streit um Zonen

Vertreter aus fast 150 Staaten und fast 5000 Juristen, Wissenschaftler und Wirtschaftsexperten bemühen sich seit Donnerstag vergangener Woche, ein neues Seerecht zu modifizieren.

Deklaration unterzeichnet

Der amerikanische Präsident Nixon ist am Dienstagabend zu seinem seit längerein angekündigten Europa-Besuch in Brüssel eingetroffen.

NACHRICHTEN DER WOCHE

Bei den Nachwahlen zum niedersächsischen Landtag hat die SPD – mit 21 Stimmen Vorsprung – ein weiteres Mandat errungen. Die sozialliberale Koalition verfügt jetzt über 79 Sitze (SPD 68, FDP 11), die CDU über 76.

NAMEN DER WOCHE

Rudolf Kirchschläger, 59jähriger bisheriger Außenminister, ist zum neuen österreichischen Bundespräsidenten gewählt worden. Der parteilose Politiker hatte als Kandidat der regierenden Sozialistischen Partei (SPÖ) am Sonntag 51,7 Prozent errungen.

England: Wahlen im Herbst?

Nach fünf Abstimmungsniederlagen der britischen Labourregierung unter Premierminister Wilson gehen alle Parteien davon aus, daß noch in diesem Jahr Neuwahlen stattfinden werden, und zwar nicht mehr im Juli (was den Konservativen nicht behagt hätte), sondern im September.

Widerstand im Bundesrat

Die sozialliberale Koalition stößt mit ihrer Reformpolitik auf zunehmenden Widerstand der Opposition. Vor allem im Bundesrat verhärten sich die Fronten.

Ständige Vertreter im Amt

Mit unterschiedlichem Zeremoniell wurden die Ständigen Vertreter der Bundesrepublik und der DDR in ihre Ämter eingeführt. Staatssekretär Gaus wurde in Ostberlin vor der Akkreditierung beim Staatsratsvorsitzenden Stoph (rechts) wie ein Botschafter empfangen – mit Nationalhymnen, Yorkschem Marsch und Ehrenformation der Volksarmee.

Comecon: Energie-Verbund

Die 28. Tagung des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) – zugleich die Jubiläumstagung zum 25jährigen Bestehen – endete am Freitag voriger Woche in Sofia mit einem Generalabkommen über eine gemeinsame Energieversorgung.

Neuer Terror in Nahost

Kaum war Präsident Nixon von seiner "Goodwill"-Tour durch vier arabische Länder und Israel nach Washington zurückgekehrt, nahm die Spannung im Konfliktgebiet Nahost wieder zu: Im Gegenschlag zu palästinensischen Terrorangriffen auf israelische Siedlungen griffen israelische Bomber in mehreren Attacken Flüchtlingslager im Süden des Libanon an.

Die Zwei

Konkurrenz, Kontrast oder Koordination – das ist die Frage. Die Diskussion über den "TV-Krieg" zwischen Erstem (ARD) und Zweiten Programm (ZDF) erweckt den Eindruck, wir hätten kein öffentlich-rechtliches, sondern ein erzkommerzielles Fernsehsystem, in dem die Rundfunkanstalten jeden neuen Zuschauer mit barer Münze honoriert bekämen.

Die große Chance der Liberalen

Peter von Oertzen war immerhin wer: Sozialdemokrat, Sozialist und wohl auch irgendwo Marxist. Zusammen mit dem ehemaligen Berliner Schulsenator Carl-Heinz Evers und dem noch amtierenden hessischen Kultusminister Ludwig von Friedeburg gehörte er zu den Galionsfiguren progressiver sozialdemokratischer Bildungspolitik.

Zeitmosaik

Es gibt nur eins, was genauso sinnlos ist wie Fußball: das Nachdenken über Fußball... Ich bin gegen den Ernst. Und Fußball ist jetzt bitterer Ernst.

Jean-Paul Sartres Testament

Der Name Jean-Paul Sartres verschwindet jetzt aus der Tageszeitung "Libération" und aus allen anderen noch überlebenden Veröffentlichungen, als deren Herausgeber er gezeichnet hat, um ihnen Schutz vor Repressalien zu bieten.

Heiter bis wolkig

Die großen Auktionen sind gelaufen. Auch die "Art 5’74" ist überstanden, die Basel für sechs Tage, nach stolzer Selbsteinschätzung, zur Kapitale der modernen Kunst gemacht hat: "Besser als ein modernes Museum" und "Kunst kaufen ist auch eine".

Das Auge des Gedankens

Arnold Böcklin, Hans Thoma und die Malerei der Deutschen / von Helmut Schneider

Die neue Schallplatte

Jahrelang waren sie nicht mehr zu haben, jetzt gibt es sie wieder und gleich mit zwei Platten: die "Comedian Harmonists", das berühmte, oft emphatisch gerühmte Gesangssextett, das sich seinen Namen Ende der zwanziger Jahre gemacht hatte und von den Nazis abgehalftert worden war.

Kunstkalender

Die große Jubiläumsausstellung für Schmidt-Rottluff, der in diesem Jahr 90 Jahre alt wird. Landschaften aus sieben Jahrzehnten.

Daumenlutscher, Vorbildschnitzer

Der in der DDR lebende Kurt Batt hat ein Buch über "Westdeutsche Romane zwischen 1968 und 1972" geschrieben. Herbert Achternbusch hat in dieser Zeit vier Bücher veröffentlicht.

Kritische Träume eines Anti-Realisten

In abgesunkenen Epochen, vor zehn Jahren oder so, erkühnten sich die Kritiker noch, auf die Stimmen der Vergangenheit zu hören, aber der neue Kritiker hat andere Zeitperspektiven.

Zauberer und Zauberlehrling

Der hinter dem Erzähler und Dramatiker fast ganz verschwundene Zeichner Peter Weiss ist wiederzuentdecken in einem Taschenbuch des Insel Verlages, Hermann Hesse: "Kindheit des Zauberers" – Ein autobiographisches Märchen, handgeschrieben, mit 80 farbigen Aquarellen und Tuschfederzeichnungen illustriert und mit einer Nachbemerkung versehen von Peter Weiss (it 67, Frankfurt, 1974; 124 S.

Kritik in Kürze

"Von hier an wird’s gefährlich", Roman von Margaret Millar. Nicht der falsche Ehrgeiz eines Krimiautors läßt Margaret Millar auch ihr neues (in den USA 1970 erschienenes) Buch wieder "Roman" nennen.

Gulliver bei Europas Zwergen

Ein höchst sonderbares Buch ... viel zu weitschweifig, voller Wiederholungen, mit Satzungetümen und Schnitzern der Grammatik und Interpunktion, stellenweise im Jargon der Hegel und Habermas.

Übungsstunden in Zivilcourage

Es ist ungewöhnlich, einen scheidenden Bundespräsidenten mit einer Festschrift zu verabschieden. So war es auch nicht gemeint.

Strawinsky frei von Schwulst

Russische Urmythen und dampfende Folklore, weise alte Männer und potente aggressive Jünglinge auf Mädchenjagd, eine lyrische, fast bukolische Frühlingsstimmung und das zerstörerische Opferritual – obendrein noch die ständigen Explosionen der Musik: Wie eigentlich sollte ein Choreograph durch das ideologische und dramaturgische Gestrüpp von Strawinskys "Sacre du Printemps" finden, was gegen diese, wie der Komponist Artur Honegger sagt, "Atombombe der neuen Musik" aufbieten? Seit der heute vor allem als Theaterskandal legendären Uraufführung 1913 in Paris hat das "Frühlingsopfer" zwar den Konzertsaal erobert, ist den Ballettleuten aber ein Rätsel geblieben, selbst dann noch, als der Folklore-Ballast abgeworfen, der Untertitel "Bilder aus dem heidnischen Rußland" gekappt wurde.

Figaro ist emanzipiert

Vor gut sechs Jahren zeigte Götz Friedrich in Bremen zum erstenmal, wie sich Mozarts Oper "Figaros Hochzeit" auf der brechtisch-elisabethanischen Bühne des epischen Theaters macht und wie ihre Figuren sich im Zeitalter von Hippie-Kult und Freudscher Erkenntnisse, von Emanzipation und politischer Bewußtwerdung verhalten.

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