Es hat sich zwar herumgesprochen, daß Behinderte die Möglichkeit haben, mit Hilfe des Arbeitsamtes ihre Berufsausbildung abzuschließen oder sich für einen neuen Beruf umschulen zu lassen. Noch kaum bekannt ist aber, daß die Stiftung Rehabilitation in Heidelberg als einzige Einrichtung dieser Art in der Bundesrepublik Behinderten auch ein Hochschulstudium ermöglicht. Denn in Heidelberg werden außer Facharbeitern und Technikern jetzt auch Akademiker ausgebildet.

Zunächst sind etwa 100 Studienplätze für künftige Diplom-Psychologen, Diplom-Informatiker und Diplom-Handelslehrer vorgesehen. Später (1975/76) sollen weitere Studiengänge für diplomierte Übersetzer, Verwaltungs- und Wirtschaftswissenschaftler hinzukommen.

Bereits seit 1969 kann man in Heidelberg im Rahmen einer Fachhochschulausbildung innerhalb von 30 bis 36 Monaten graduierter Informatiker, Betriebswirt, Rehabilitationsberater, Elektronik-, Bau- und Maschinenbauingenieur werden.

Wer das Abitur hat und behindert ist, kann sich bei der Heidelberger Stiftung zur Begabtenprüfung melden. Aufgenommen werden vor allem solche Behinderte, die wegen ihres Alters oder der Schwere der Behinderung keine andere Möglichkeit zur beruflichen Wiedereingliederung haben. Das Arbeitsförderungsgesetz bildet die juristische Grundlage für die Finanzierung durch das Arbeitsamt.

Die Verantwortlichen der Stiftung sehen ihre Arbeit durch eine im Oktober 1972 abgeschlossene Untersuchung bestätigt. Damals stellte sich heraus, daß am Stichtag 91,4 Prozent der Umgeschulten auch tatsächlich entsprechend ihrer Ausbildung arbeiteten. peter Marchal