Die Führungsgremien der SPD haben sich am Wochenende mit der Rolle der Arbeitsgemeinschaften in der Partei beschäftigt. Der Vorstand stellte fest, daß Bildung oder Verbot einer Arbeitsgemeinschaft allein in seine Zuständigkeit falle. Er bezog sich damit auf ein Statutenverfahren, das der SPD-Bezirksvorstand Franken gegen die Jusos bei der Bundesschiedskommission beantragt hatte.

Zugleich wurde festgehalten, daß Beschlüsse der Arbeitsgemeinschaften die SPD-Mitglieder nicht binden und erst recht keine Entschuldigung für Aktionen darstellten, die im Widerspruch zum Parteiprogramm stehen. Gegen solche "Widersprüche" werde der Vorstand notfalls mit "organisatorischen Maßnahmen" vorgehen. Extremisten müßten mit Partei-Ausschlüssen rechnen.

Der Parteivorsitzende Brandt warnte noch einmal vor der Bildung einer Partei in der Partei. Ohnehin sei die SPD nach seiner Meinung mit dem starken Mitgliederzuwachs und der raschen Veränderung in der Mitgliederstruktur kaum fertig geworden.

Der Bundesvorstand der Jungsozialisten kommentierte den Beschluß als Bestätigung des bisherigen Kurses. An der Politik und konkreten Aufgabenstellung ändere sich nichts.