Im Streit über die Reihenfolge der Untersuchungsthemen im Guillaume-Ausschuß bahnte sich zu Wochenbeginn ein Kompromiß zwischen Koalition und Opposition an. Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Kirst erklärte, der Fall Guillaume könne durchaus parallel und gleichzeitig mit anderen Fällen behandelt werden.

Die Koalition hatte drauf bestanden, alle Spionage-Tätigkeiten seit 1949 zu untersuchen und dabei gleichzeitig die Tätigkeit der Geheimdienste zu durchleuchten. Sie bewege sich mit dieser Forderung durchaus im Rahmen des Einsetzungs-Beschlusses, wie ihn der Bundestag gefaßt habe.

Die Union sah darin eine bewußte Verzögerungs-Taktik. Der Fall Guillaume könne dann frühestens in eineinhalb Jahren auf die Tagesordnung kommen; der Untersuchungs-Ausschuß werde damit ad absurdum geführt. Die Opposition werde es in diesem Fall zu einem Eklat kommen lassen.

Generalbundesanwalt Buback hat in der vorigen Woche vor dem Ausschuß ausgesagt, daß die Ermittlungsbehörden nicht in Beweisnot seien. Ein Termin für die Anklageerhebung stehe zwar noch nicht fest, sie sei aber noch in diesem Jahr möglich.