Vier Mediziner der Harvard-University haben ein Mittel gegen ein Leiden entdeckt, das besonders bei Menschen mit hellem bis rosigem Teint häufig zu finden ist: Die erhöhte Empfindlichkeit gegen Sonnenstrahlen, die schon nach kurzer Einwirkungsdauer einen schweren Sonnenbrand hervorruft. Diese Porphyria genannte Krankheit beruht auf einer zu großen Produktion von Porphyrin, einem Bestandteil des roten Blutfarbstoffs.

Die Behandlung besteht in der Gabe hoher Dosen von Beta-Karotin, dem gelben Farbstoff der Karotten, der aber auch in vielen Früchten und in fast allen Gemüsesorten enthalten ist. Im Körper wird er zu Vitamin A umgewandelt.

Die Wissenschaftler erprobten das Medikament an 53 Versuchspersonen, die alle seit früher Kindheit an der Porphyria litten. Nach der Behandlung konnten 46 Patienten ihren Aufenthalt in der Sonne ohne Schwierigkeit auf mehr als die vierfache Länge ausdehnen, drei konnten ihn wenigstens verdoppeln. Es wurden in keinem Fall schädliche Nebenwirkungen beobachtet. Der Schutzeffekt ist allerdings nicht vollständig; setzen sich die Patienten allzu lang der vollen Sonne aus, dann bekommen auch sie einen Sonnenbrand.

Bei den meisten Patienten setzte die Wirkung der Behandlung etwa einen bis zwei Monate nach der ersten Einnahme von Beta-Karotin ein.

R. K.