Von den Mandeln trennen sich die meisten Menschen ohne großen Schmerz. Die meisten meinen, nun würden sie im Winter weniger Ärger mit einem entzündeten oder gar vereiterten Hals haben. Wissenschaftler der Georgetown University in Washington DC wiesen jetzt darauf hin, daß diese auch bei Ärzten häufige Einstellung gefährlich ist.

Wie Rodrigo Hurtado, Leiter eines Forschungsteams in der Abteilung für Pädiatrie jetzt erklärte, stellen Mandeln einen Immunschutz gegen Viren dar – "Viren, die vor allem über Nase und Mund in den menschlichen Organismus eindringen". Die Entfernung der Mandeln dürfte deshalb niemals routinemäßig und auf willkürlichen Wunsch des Patienten geschehen, sondern nur in unabweisbaren Fällen: "Die Mandeln sind die Torposten des menschlichen Körpers. Sie bewahren uns vor Infektionskrankheiten."

Die amerikanischen Forscher fanden heraus, daß ganz bestimmte Zellen des Mandelgewebes verschiedene Viren ebenso wirksam bekämpfen, wie dies die Abwehrzellen im menschlichen Blutstrom bewerkstelligen. Dr. Hurtado: "Von unseren bisherigen Ergebnissen können wir schließen, daß Mandeln wirksame Filter sind bei Erkältungskrankheiten, Herpes simplex, Masern, Influenza und Kinderlähmung. Möglicherweise sind Mandeln auch eine Barriere dagegen, daß verschiedene Krankheiten bösartig verlaufen."

R. N.