• Für die Öffentlichkeit sind Sie der Hauptschuldige am bisher spektakulärsten Bankzusammenbruch der Nachkriegszeit. Fühlen Sie sich schuldig? Sind bisher bestimmte Fakten der Öffentlichkeit unbekannt geblieben?

Dattel: Ich fühle mich nicht schuldig. Meines Erachtens liegt die Verantwortung nicht allein bei unserer Geschäftsführung.

  • ... Aber immerhin haben Sie als Leiter des Devisenhandels die verlustreichen Transaktionen doch gesteuert und kontrolliert.

Dattel: Diesen Vorwurf weise ich zurück. Erlauben Sie mir aber, etwas weiter auszuholen. Seit dem Beginn des Floating haben nahezu alle Banken die Schwankungen des Dollarkurses zu Devisen-Termingeschäften ausgenutzt, um nachlassende Erträge in klassischen Geschäftssparten auszugleichen. Bei Herstatt war der Devisenhandel in den letzten Jahren überhaupt die überwiegende Gewinnquelle. Ohne ihn wäre die Bank vielleicht schon längst pleite gewesen. Das war auch allgemein bekannt. Meine letzte Beförderung zum stellvertretenden Direktor Ende 1973 wurde sogar ausdrücklich mit meinen besonderen Erfolgen im Devisenhandel begründet.

  • Nach der bisherigen Version sollen Sie durch Fälschungen in den Büchern den auf die Bank zukommenden Verlust verschleiert haben. Wie stehen Sie zu diesem Vorwurf?

Dattel: Ein Außenstehender könnte fast meinen, die Bank habe nur aus einem einzigen Mann bestanden. Bei der Größe des Devisenhandels unserer Bank wußten mehrere Abteilungen und die Geschäftsführung genau Bescheid, so zum Beispiel der Geldhandel und die Hauptbuchhaltung, welche ihrerseits die Geschäftsführung informierten. Wie absurd der Vorwurf ist, ich hätte in den Büchern Fälschungen begangen, können Sie daraus ersehen, daß Devisen- und Hauptbuchhaltung in eigenen Abteilungen liegen, auf deren Arbeit ich gar keinen Einfluß hatte.

  • War bei Herstatt das Rechnungswesen vielleicht in Unordnung, so daß ...