Dattel: Beschluß: die Position drastisch abzubauen.

  • Wie kam es dann dennoch zu einer Eskalation der Verluste?

Dattel: Das fing schon mit dem Zusammenbruch der Baukredit-Bank im letzten Sommer an ...

  • Die ihre Schalter schließen mußte, obwohl potente Großaktionäre hinter ihr standen.

Dattel: Ja, und als dann noch Gerüchte über eine Schieflage der Westdeutschen Landesbank die Runde machten, fragte man uns: Steht denn der Gerling-Konzern hinter euch? In dieser Situation reisten alle möglichen Leute von Herstatt durch die Lande und versicherten: Ja, Gerling steht hinter der Bank.

  • Dies allein ist doch wohl noch keine ausreichende Erklärung dafür, daß es so schnell bergab mit Herstatt ging.

Dattel: Die Probleme wuchsen uns über den Kopf. Unruhig gewordene Banken limitierten ihre Geschäfte mit uns, so daß wir unsere Termin-Engagements nicht mehr ohne Verluste abwickeln oder abbauen konnten, Das endete in einem regelrechten Kollaps. Wir spürten jetzt auch, daß wir den Großbanken seit Jahren ein Dorn im Auge gewesen waren, weil wir in den vergangenen Jahren da Erfolge hatten, wo sie selbst nicht immer Erfolg hatten. Es machte sich jetzt für sie bezahlt, daß sie im Ausland immer wieder angeklopft und gesagt hatten: Vorsicht mit Privatbanken, die sich im Devisenhandel engagieren.