Telephonzellen im Knast? Da würden dann doch ewig dieselben in die Muschel labern. Und die Groschenarie dann immer, da handeln dann so Typen, die nun jeden abfegen, mit Groschen gegen Prozente. Wo sollen denn immer die ganzen Groschen herkommen?"

"Es müssen ja keine Münzfernsprecher sein."

"Alles klar. Aber ich stell mir vor, wie oft ich da nun am Hörer gehangen hätte, als ich reinging. Mit meiner Verlobten hätte ich ’ne Schau abgezogen, erst mal ja, und dann, ich mein, dann läuft man sich ja heiß, vielleicht liegt die gerade immer im Bett, und ich hör sie da wühlen. Ewig geht das ja wohl auch nicht, oder?"

"Das wird sich alles einspielen."

"Von wegen. Also mal angenommen, ich hätt ’ne Mutter draußen, die wirklich Klasse ist. Und die hört nun immer meine Stimme. Mit Briefen ist das anders, da liest sie ja, was so läuft, und denkt und denkt, aber das hören? Die denkt doch, ich käme morgen schon raus oder ruf eben an, um nachher mal kurz vorbeizukommen. Telephonieren, das ist, sagen wir mal, zu direkt – Unbewacht kann man ja schon im Besuchsraum reden, am Telephon wird das ja wohl auch so sein, ja, und dann ruf ich mal einen Kollegen an. Was der nun schon für Sorgen hat, und das hör ich mir dann an. Ich bin doch weg vom Fenster, und wenn ich telephoniere, denk ich, ich bin noch dran."

"Also keine Telephonzellen."

"Doch. Wenn ich mal einen Brief geschrieben hatte – ich kann mich schriftlich ja auch ausdrücken und Sachen schriftlich niederlegen –, da fehlte aber nichts, doch das können ja nicht alle, und die anderen müßten dann eben telephonieren, aber vielleicht geht das gar nicht, weil die Leute, die die kennen, kein Telephon haben, haben die aber eins, dann ruft da ewig einer an, und die werden langsam sauer auf den."