Europas größte Versicherungsgesellschaft legt einen glänzenden Abschluß vor. Diesmal denkt Vorstandsvorsitzender Wolfgang Schieren auch gar nicht daran, das Licht der Allianz Versicherungs-AG, Berlin/München, unter den Scheffel zu stellen: Ohne Einschränkung verdiene das Jahr 1973 das Prädikat "sehr zufriedenstellend". Die Allianz habe mit einem Überschuß von 79 im (Vorjahr 47) Millionen Mark "das absolut beste technische Ergebnis in unserer Geschichte" erzielt.

Von der Einbruchdiebstahlversicherung abgesehen (Defizit 2,7 Millionen Mark) haben alle wesentlichen Branchen mit Gewinn abgeschlossen. Damit wurde "das Traumziel aller Kompositversicherer" erreicht.

1970 und 1971 hatte die Allianz (deutscher Marktanteil rund 20 Prozent) zusammen fast 150 Millionen Mark technische Verluste hinnehmen müssen. Durch die Erhöhung der Prämiensätze – vor allem in der Kraftfahrbranche – und den Rückgang der gemeldeten Schäden wurde dieses Tief überwunden. Etwas von dem sonst üblichen Understatement klingt in der Bemerkung Schierens nach, daß man mit der Gewinnquote von 3,4 Prozent in Relation zur verdienten Nettoprämie "immer noch nicht ganz zufrieden" sei.

Wahrscheinlich sind diesmal der Allianz, die ihre Bruttoprämieneinnahmen im Konzern (Sachgruppe) um knapp 12 Prozent auf 4,28 Milliarden Mark steigerte, die hohen Wertpapierabschreibungen von 153 Millionen Mark gar nicht unwillkommen gewesen. Sie haben zwar die Optik des Abschlusses "verdorben", aber erhebliche Steuern gespart. Immerhin bleibt unter dem Strich ein passabler Jahresüberschuß von 94 (im Vorjahr 112,5) Millionen Mark. Davon soll eine von 15 auf 17 Prozent erhöhte Dividende ausgeschüttet werden. Bö.