In Äthiopien geht die Machtübernahme der Armee auf Raten weiter. Unangetastet bleibt nach wie vor die Person, des Kaisers Haile Selassie, doch scheint er sich mit der vollständigen Übernahme der Regierungsgewalt durch das Militär abgefunden zu haben. Am Wochenende forderte die Regierungszeitung Ethiopian Herald zum erstenmal offen die Beteiligung der Armee an der Regierung.

Der Kaiser hat die Forderungen des "Komitees der Streitkräfte" angenommen und eine Amnestie für politische Häftlinge sowie die Überprüfung noch laufender politischer Prozesse angekündigt. Außerdem distanzierte er sich von ehemaligen Mitarbeitern, deren Korruption er für die Misere des Landes verantwortlich machte.

Unterdessen ist der sowjetische Staatspräsident Podgorny nach Somalia gereist, offensichtlich um diesen, mit seinem Nachbarn Äthiopien wegen der südöstlichen Landesteile Äthiopiens verfeindeten Staat von einem Angriff abzuhalten. Die Lieferung von sieben sowjetischen Migs an Somalia haben Befürchtungen in Addis Abeba hervorgerufen.