Mit den die Reihe "The Buildings of England" abschließenden Bänden über "Oxfordshire" und "Staffordshire", vor einigen Tagen der Presse vorgestellt, hat Sir Nikolaus Pevsner den Engländern England nun komplett aufs Bücherbord gestellt. Pevsner, 1902 in Leipzig geboren, hatte sich bereits während seiner Dozententätigkeit in Göttingen, 1929 bis 1933, auf die englische Kunst spezialisiert, und so schrieb auch er, als Emigrant dann, abgesehen von der nach Counties sortierten sechsundvierzigbändigen Architekturgeschichte des Landes, das Buch, das ein Engländer vielleicht nicht hätte schreiben können: "The Englishness of English Art" (1956). Von Pevsner, dem vielleicht fruchtbarsten Kunst- und Architektur-Historiker und Kritiker unserer Tage, kann man, von den großen Arbeiten, bisher nur die "Europäische Architektur" und "Architektur und Design" auf deutsch lesen. Um so angenehmer die Nachricht, daß der Prestel-Verlag im Herbst "The Englishness of English Art" in einer Übersetzung herausbringt.

Intendanten-Börse

Ivan Nagel, von der Deutschen Oper Berlin umworben, will nun doch nicht Opernintendant werden; er bleibt, voraussichtlich bis zum Beginn der 80er Jahre, in Hamburg, Münchens Staatsoper sucht nach der Absage von Grischa Barfuss weiter verzweifelt nach einem Nachfolger für Günther Rennert – gilt es doch, "einen der bedeutendsten Intendantenposten der Welt zu bekleiden" (Münchens Musikkritiker Joachim Kaiser). Walther Schmieding will nun doch nicht ans Bochumer Schauspielhaus. Arno Wüstenhofer, Intendant in Wuppertal, rüstet sich für Basel. Benno Besson wurde Intendant der Ostberliner Volksbühne. Weiterhin offen: die Fälle Gobert, Brecht, Zadek. Fortsetzung folgt.

Spende von Moore

Über zweihundert Arbeiten im Wert von etwa fünfzehn Millionen Dollar hat der englische Bildhauer Henry Moore der neuen Kunsthalle in Toronto, Kanada, geschenkt. Die Kunsthalle, die am 26. Oktober eröffnet wird, profotiert damit von der Raum-Misere der Londoner Tate Gallery, die das Riesenangebot von Moore mangelnden Platzes wegen nicht annehmen konnte (die Tate zu bestehen und zu sammeln). In Toronto können Moores Werke (darunter 18 Bronzen, 41 Gußformen und rund zweihundert Litographien und Radierungen) 10 000 Quadratmeter Platz haben.