Nicht nur von neuen Butterbergen und einer Rindfleischschwemme sind wir bedroht – nun sind wir auch noch in Gefahr, von Auto-Überschüssen überrollt zu werden. Und die Auto-Erzeuger drohen mit Massenentlassungen, wenn der Staat nicht hilft.

Wie ist der notleidenden Autoindustrie zu helfen? Mit der von ihr geforderten Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung war es offenbar nicht getan. Vielleicht sollten wir uns die EG und ihre Marktordnung für Eier und ähnliche Produkte zum Vorbild nehmen. Die EG hat gezeigt, wie man mit Überschüssen fertig wird: Um die überschüssigen Wagen nicht ins Meer rollen zu müssen, sollte die Regierung sie abschöpfen und einlagern. Dann könnte man die Wagen zu Schleuderpreisen an die Sowjetunion liefern, wie das schon mit dem Rindfleisch vorgesehen ist, und das Rindfleisch zweckentsprechend, im Kofferraum der Wagen, nach Rußland transportieren.

Auch an die Billigabgabe an bedürftige, sozialschwache Schichten ließe sich denken. Und wenn eine garantiert rostgeschützte Wagenlagerung möglich ist, könnte Bonn den Nostalgie-Effekt der 90er Jahre abwarten, und die Lager dann mit Gewinn räumen. Was könnte noch getan werden?

Der Bundestag könnte die Einführung der Autopflicht beschließen. Wer sich seiner wirtschaftlichen Solidaritätspflicht entzieht oder sich aus Alters- oder Krankheitsgründen von ihr befreien will, sollte durch eine Fußgängersteuer zur Kasse gebeten werden.

Erwägenswert wäre auch das Verbot von Fußgängerzonen, mit denen ja wohl das ganze Unheil angefangen hat, ergänzt durch die Einführung von Autozonen in unseren Cities, wobei man vor Anhalt- und Verweilverboten für Fußgänger nicht zurückschrecken sollte.

Um neue Kaufanreize zu bieten, sollte solchen Bürgern, die zwar keinen Wagen brauchen, unserer Wirtschaft aber durch den Kauf eines Wagens helfen wollen, Steuererleichterung gewährt werden. Der Wagen würde ohne Zündschlüssel geliefert und könnte eventuell in geräumigen Kellergeschossen abgestellt werden.

Wie könnte die Bereitschaft zum Auto wieder belebt und damit die Gefahr einer Auto-Verödung unserer Straßen gebannt werden? Vielleicht, indem man, ähnlich wie beim Kindergeld, Staatsbeihilfen für jeden Erst-, Zweit- und Drittwagen bewilligt.