Gebremster "Killer No. 1"

Tausend tödliche Unfälle verzeichnen amerikanische Statistiken weniger pro Monat, seit im Januar die Höchstgeschwindigkeit von 70 auf 55 Meilen herabgesetzt wurde. Mit 16 270 lag die Zahl der Verkehrstoten in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 27 Prozent unter der des Vorjahres. Besonders deutlich wird dieser Trend an langen Wochenenden: An dem Wochenende um Memorial Day im Mai kamen dieses Jahr 286 Menschen ums Leben, 1973 waren es dagegen 539.

Wie eine Gallup-Umfrage ergab, stößt die neuerliche Geschwindigkeitsbeschränkung bei 72 Prozent der Amerikaner auf Zustimmung. Bei den 18- bis 29jährigen betrug die Pro-Mehrheit zwei zu eins, bei den über 50jährigen sogar vier zu eins. Sorge im Hinblick auf die weitere Entwicklung bereitet nur die Moral der Autofahrer. Das amerikanische Nachrichtenmagazin "U. S. world Report" zitiert Berichte der Verkehrspolizei aus verschiedenen Bundesstaaten, wonach Autofahrer offenbar in dem Maße zur Geschwindigkeitsüberschreitung neigen, in dem die Energiekrise in Vergessenheit gerät. Der Zusammenhang zwischen Unfällen und Geschwindigkeit ("Killer No. 1") wird von dem Magazin dagegen nicht in Frage gestellt.