Die Kleinaktionäre der Papierwerke Waldhof Aschaffenburg AG (PWA), München, können nun offenbar tatsächlich auf eine Dividende Zumindestens für 1975 hoffen. "Sonst hätten wir nicht die Dreistigkeit, die Aktionäre zur Kasse zu bitten", bekräftigte Vorstandsvorsitzender Norbert Lehmann (der Hauptversammlung am 1. August wird eine Kapitalerhöhung um 33,4 auf 165 Millionen Mark zum Kurs von 110 Prozent mit Gewinnberechtigung ab 1975 vorgeschlagen). Vier Jahre nach der Fusion von Aschzell und Zellwald beginnen endlich die Früchte dieses Zusammenschlusses zu reifen.

Der Aufschwung in der deutschen Papierindustrie mit stark steigenden, nach langen Verlustjahren endlich auskömmlichen Preisen beschwingt auch PWA zu neuen Taten. Geplant ist die Beteiligung an einer großen Zellstoffabrik.

Dank der Preiserholung und der vollen Auslastung der Kapazitäten, die zu einem entschiedenen Produktivitätsfortschritt beitrug, arbeiten gegenwärtig alle Betriebe des Unternehmens mit Gewinn. Bereits in der ersten Jahreshälfte wurde ein Ergebnis erzielt, das nicht nur die Tilgung des restlichen Verlustvortrages von sieben Millionen Mark in der Handelsbilanz, sondern auch eine angemessene Verzinsung des Aktienkapitals in Höhe des Kapitalmarktzinses und eine Dotierung der in den letzten Jahren durch Defizite fast völlig ausgezehrten Rücklagen zuließ.

Für Gewinne muß zunächst keine Körperschaftsteuer gezahlt werden, da in der Steuerbilanz noch ein Verlustvortrag von 100 Millionen Mark genutzt werden kann. Für 1974 wird ein Umsatz von 1,5 Milliarden Mark angepeilt, nachdem im vergangenen Jahr bei der Aktiengesellschaft die Erlöse um gut zehn Prozent (auf 1,04 Milliarden Mark) anzogen. Das Betriebsergebnis hat sich 1973, so Lehmann, schon um 30 Millionen Mark verbessert und war damit nur noch leicht passiv. Der Saldo aus außerordentlichen Erträgen und Aufwendungen brachte ein Plus von sechs Millionen Mark.