In der seit Wochen umstrittenen Steuerreform zeichnet sich nun doch noch eine Lösung vor Monatsende ab. Bundeskanzler Schmidt, CDU-Vorsitzender Kohl, der designierte FDP-Vorsitzende Genscher und Finanzminister Apel vereinbarten ein Spitzengespräch für den Mittwochabend. Dessen ungeachtet ging der publizistische Schlagabtausch unverändert weiter. Die Opposition will das Abzugsverfahren für Sonderausgaben, das die Koalition vorgelegt hat, nicht akzeptieren; die Koalition wirft der CDU/CSU Verzögerungstaktik und "Steuererleichterungen nach dem Gießkannenprinzip" vor.

Die Bereitschaft zum Einlenken zeigte sich bereits am vorigen Freitag, obwohl die Unionsmehrheit im Bundesrat die Koalitionsvorschläge ablehnte.

Dagegen hat der Bundesrat im zweiten Durchgang das Gesetz über ergänzende Maßnahmen zur Reform des Paragraphen 218 verworfen. Die Union sperrt sich nach wie vor gegen eine Abtreibung auf Krankenschein.