Genf, die für Oktober vorgesehene zweite Runde der Friedenskonferenz, wirft Schatten auf Nahost: Jordaniens König Hussein traf Ägyptens Staatschef Sadat; Amerikas Außenminister Kissinger will demnächst seine bilateralen Kontakte fortsetzen; sein israelischer Kollege Allon trifft ihn zum Monatsende in Washington; der Palästinenser-Führer Arafat ist, vor seinem Besuch in Moskau, auf einer Rundreise durch die arabischen Hauptstädte.

Hauptthema aller Beratungen ist die Teilnahme der palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) an der nächsten Nahost-Konferenz. Darüber gibt es in beiden Lagern noch gegensätzliche Auffassungen: Kaum hatte Amman seine Bereitschaft signalisiert, PLO-Vertreter in die jordanische Delegation aufzunehmen, erhob die Organisation ihre alten Forderungen (formelle Anerkennung der PLO durch König Hussein, Erlaubnis zu antiisraelischen Guerillaaktionen von Jordanien aus).

Differenzen gab es über die Frage der PLO-Teilnahme in Genf auch innerhalb der Jerusalemer Regierung. Nachdem Informationsminister Yariv angekündigt hatte, mit einer PLO, die dem Terror abgeschworen habe, könne verhandelt werden, widersprach ihm Ministerpräsident Rabin.