Eine der schönsten Kirchen der DDR, zugleich eines der monumentalen Denkmäler religiöser Architektur Europas, ist der Dom zu Halberstadt. Dem in fast drei Jahrhunderten gewachsenen Bau und seinem Domschatz ist ein großer Bildband gewidmet. Johanna Flemming (Domschatz), Edgar Lehmann (Skulpturen und Glasmalereien), Ernst Schubert (Baugeschichte) und Klaus G. Beyer als Fotograf haben ein überschaubar angelegtes, mit detaillierten Erklärungen ausgestattetes Bilderbuch zusammengestellt (Verlag Hermann Böhlaus Nachf., Wien) Köln, 1974; 262 S., Abb., 58,–DM). Die Abbildung zeigt ein Detail vom Grabmal Erzbischof Friedrichs III. von Magdeburg, das der obersächsische protestantische Kunstler Hans Schenk von 1552 bis 1558 für den erst zweiundzwanzigjährigen katholischen Erzbischof geschaffen hat: Zwei eigenartige, nach unten sich verjüngende säulenförmige Gebilde, die als menschliche Füße enden, rahmen den Aufbau. Der Kranz von Narrenschellen über dem Knöchel des unwirklichen Fußes ist ebenso Hinweis auf die Nichtigkeit des Irdischen wie die Kette, mit der Tod und Teufel an Christusgebunden, sind, Edgar Lehmann rechnet das Grabmal "zu den bedeutenden Werken des deutschen Manierismus". R. M.