Postanleihe marktgerecht

Bei der Festlegung der Konditionen der neuen zehnprozentigen Bundespostanleihe hat das Konsortium Rücksicht auf die Bedürfnisse des Marktes genommen. Das gilt insbesondere für die fünfjährige Laufzeit Allerdings fällt deshalb diese Emission für das prämienbegünstigte Sparen aus. Die Anleihe bringt bei einem Ausgabekurs von 98 Prozent eine Rendite von 10,53 Prozent. Zum Vergleich: Die Bundesschatzbriefe sind mit Renditen von 9,71 bzw. 9,99 Prozent ausgestattet; sie kennen allerdings auch kein Kursrisiko.

Aussichten für Phoenix-Gummi?

Bei den Phoenix Gummiwerken AG, Hamburg-Harburg, ist der in den letzten beiden Jahren entstandene Verlust von 15 Millionen Mark durch Auflösung von Rücklagen ausgeglichen worden. Im 1. Halbjahr 1974 wurde ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt Während sich Vorstandsvorsitzender Dr. Peter Weinlig auf der Hauptversammlung weigerte, für 1974 eine Ertragsprognose zu stellen, ließ Aufsichtsratsvorsitzender Hermann J. Abs anklingen, daß Ausschüttungshoffnungen keineswegs aussichtslos seien. Der Phoenix-Kurs ist auf 62 Mark je 50 Mark-Aktie zurückgefallen. Dazu hat nicht nur die Ertragsmisere beigetragen, sondern auch die Tatsache, daß die Aktionärsgruppe Moritz Schultze Erben ihren Besitz von einer Schachtelbeteiligung auf etwa 18 Prozent des Aktienkapitals abgebaut hat. Der Hauptaktionär, die Holding Corona Beteiligungs GmbH, war offenbar nicht bereit, die Papiere zu übernehmen, so daß sie über die Börse verkauft werden müssen. Angeblich ist kein weiterer Paketabbau bei Moritz Schultze Erben geplant, so daß theoretisch der Weg für eine Kursbesserung frei sein könnte.

Geschäfte mit Pferdefuß

Spekulationen mit Silber, Kakao, Getreide und ähnlichen Waren an den internationalen Rohstoffmärkten waren bislang die Domäne der bekannten Commoditybroker, die für ihre Kunden Aufträge in London, New York oder Chicago ausführten. Seit dem Rohstoffboom vom vergangenen Jahr haben sich jedoch Branchenfremde in das heiße Geschäft eingeschaltet. Dabei geht es offensichtlich nicht immer mit rechten Dingen zu. Wie die Londoner Börsenaufsicht mitteilte, ist bekannt geworden, daß in der Bundesrepublik Warenoptionen an Anleger verkauft wurden, bei denen jedoch die notwendige Börsentransaktion ausblieb. In der Hoffnung, daß der entsprechende Warenpreis sich nicht drastisch ändere, scheinen einige der anbietenden Firmen lediglich die Optionsprämien zu kassieren. Angesehene Warenterminhäuser raten Interessenten von Optionen, sich vor einem Engagement Auskünfte über den Optionshändler direkt bei den Börsenverwaltungen einzuholen.

Vorsicht vor IOS-Anteilsjägern

Albert Dondelinger, Chef der luxemburgischen Bankenkontrollkommission, und aktiver Nachlaßverwalter für IOS-Fonds, warnt alle IOS-Sparer, Kaufangebote für ihre angeblich wertlosen IOS-Papiere anzunehmen. Dondelinger teilt mit, daß die Anteile sämtlicher Fonds augenscheinlich, nicht wertlos sind. Alle vier IOS-Fonds – IIT, FOF, IOS-Growth (auch bekannt als Transglobal Growth Fund) und Venture Fund – befinden sich zur Zeit in Liquidation durch gerichtlich ernannte Liquidatoren, die eng mit den Behörden der Länder zusammenarbeiten. Aufgabe der Liquidatoren ist es, die verbliebenen Guthaben zu schützen und in Bargeld umzuwandeln sowie die Identität aller Gläubiger und Anteilseigner und die Beträge der Forderungen und Anlagen festzustellen.