Der Druck auf Richard Nixon wird immer stärker. Innerhalb der vergangenen acht Tage mußte der Präsident neue schwere Schlappen in der Watergate-Affäre hinnehmen: Sein ehemaliger Chefberater Ehrlichman wurde von einem Gericht der Verschwörung und des Meineides für schuldig befunden, der Justizausschuß des Repräsentantenhauses wies dem Weißen Haus Fälschungen und Lücken in den Tonbandprotokollen nach und schließlich wurde bekannt, daß Nixon mit Wahlgeldern teuren Schmuck für seine Frau gekauft habe.

Was muß noch passieren, so fragt man sich angesichts der schier endlosen Kette von Enthüllungen, bevor Richard Nixon etwas geschieht? Der Kongreß hat sich bisher um die Antwort gedrückt. Der Ausschuß des Repräsentantenhauses bewegt sich weiterhin im Schneckentempo auf die Entscheidung zu, ob er dem Plenum die Erhebung der Anklage gegen den Präsidenten empfehlen soll, und der Sonderausschuß des Senats hat seine so spektakulär begonnene Arbeit mit der wenig beachteten Veröffentlichung von Verbesserungsvorschlägen für den Wahlkampf beendet.

Wo die Politiker zögern, soll nun der Oberste Gerichtshof ein Machtwort sprechen. Sein Votum im Streit um die Herausgabe weiterer Tonbänder ist in den nächsten Tagen zu erwarten. Aber wie sich die Richter auch entscheiden – Nixon wird sich von seiner Taktik des "buying time", des Zeitschindens, nicht abbringen lassen. Doch die Frist, die er für sich selber erwirkt, geht zu Lasten der Nation. D. B.