Die freien Rheinstahl- Aktionäre – sie halten noch 39,5 Prozent von 470 Millionen Mark – bekommen nach der Hauptversammlung am 26. September die letzte Dividende aus der beinahe notorisch leeren Kasse. Und die fünf Prozent, die ihnen für 1973 winken, sind nur durch den Dividenden-Verzicht des Großaktionärs August-Thyssen-Hütte ermöglicht worden.

Am Ende eines fünfjährigen Krisenmanagements blieb dem 1968 berufenen Vorstandsvorsitzenden Toni Schmücker nur die Resignation. Man habe das Menschenmögliche getan, um dem Konzern ein neues Gesicht zu geben. Rheinstahl geht ohne Schmuck in die Mußehe mit Thyssen.

Kurz vor Toresschluß gab es noch einen letzten Kehraus, der wenigstens die Arbeitsplätze sichern soll. Der US-Konzern Massey-Ferguson übernimmt das Baumaschinengeschäft der Hanomag in Hannover. In den Bereich Hebetechnik steigt mit der Firma Harnischfeger ein weiterer US-Gigant ein.

Für die Rheinstahl-Aktionäre haben sich alle Hoffnungen auf eine Wiedergeburt des Unternehmens zerschlagen – insgesamt 26 Prozent Dividende für die Jahre von 1966 bis 1973 sprechen eine deutliche Sprache. Der Vorstand empfiehlt den Aktionären, das Angebot von Thyssen zu akzeptieren, das den Umtausch von zwei Rheinstahl-Aktien in eine Thyssen-Aktie und 40 Mark in bar vorsieht. Wer Rheinstahl dennoch treu bleiben will, erhält künftig sechs Zehntel der jeweiligen Thyssen-Dividende. hgk.