"Eine späte, aber nachdrückliche Konsequenz aus dem Conterganfall" nennt die Bonner Gesundheitsministerin Focke den Gesetzesentwurf für ein neues Arzneimittelrecht. Das Kabinett verabschiedete ihn am Mittwoch voriger Woche.

Bevor ein neues Mittel auf den Markt gebracht wird, muß der Hersteller dem Bundesgesundheitsamt künftig nachgewiesen haben, daß es den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Der Zwang zur Erprobung soll auch die klinische Prüfung einschließen, wobei umfassender Schutz für Versuchspersonen gewährleistet werden soll.

In dem vorliegenden Entwurf ist ferner vorgesehen,

  • daß die Werbung durchsichtiger werden soll. Mindestinformationen wie Haltbarkeitsdauer und Zusammensetzung werden ebenso verlangt wie für Laien verständliches Deutsch (statt "Kontraindikation : Hypertonie" müßte es heißen: "Unverträglichkeit bei hohem Blutdruck");
  • die pharmazeutische Industrie soll einen Entschädigungsfonds bilden für unvorhersehbare Arzneimittelschäden ohne eindeutigen Schuldnachweis.