Hervorragend:

"Monsieur Verdoux" von Charles Chaplin (siehe Seite 24). "Effi Briest" von Rainer Werner Fassbinder.

Sehenswert:

"Made in Germany und USA" von Rudolf Thome. Ein junges Ehepaar, durch beruflichen Mißerfolg frustriert, hat sich auseinandergelebt. Der Mann setzt sich nach Amerika ab, die Frau reist ihm hinterher und sucht redselig die Situation zu klären. Ein Film über die Eskalation der Entfremdung durch die Sprache, Thomes Antwort auf Eustache. Der Film ist – mit seinen oft ausufernden improvisierten Dialogen – ehrlicher, zugleich kunstloser und unergiebiger als das französische Vorbild. EKP

"Allein mit Giorgio" von Marco Ferreri. "Maiglöckchen blühn im September" von Christian Ziewer.

Annehmbar:

"Peter und Tillie" von Martin Ritt. Walter Matthau und Carol Burnett spielen ein durchschnittliches kalifornisches Mittelklassen-Ehepaar, dessen Beziehung nach dem Tod des neunjährigen. Sohnes in eine Krise gerät. Ritt, einer der am meisten unterschätzten Hollywood-Regisseure der mittleren Generation, schafft das Kunststück, die Larmoyanz der Geschichte durch beiläufigen Witz und präzise Milieubeschreibung weitgehend zu neutralisieren. Die Dialoge von Julius J. Epstein, einem der Autoren des Klassikers "Casablanca", treffen genau das pessimistische Lebensgefühl der amerikanischen Bourgeoisie in der Nixon-Ära, die Atmosphäre ständiger Verunsicherung und brüchig gewordener Konventionen. Mitunter freilich fehlt dem Film die kritische Distanz zu den Defekten seiner Figuren. HCB