Jürgen Eick: Wie man eine Volkswirtschaft ruinieren kann. Die wirtschaftspolitischen Irrtümer unserer Tage. Societäts-Verlag, Frankfurt, 1974, 172 Seiten, 14,50 DM.

Wer an wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Fragen interessiert ist, kennt Jürgen Eick, den Mitherausgeber der FAZ, und seine unverwechselbaren Leitartikel. Wie kein anderer macht er Vorgänge des Alltags, die jeden bewegen, und ihre wirtschafts- und sozialpolitischen Bezüge transparent. Dabei bedient er sich einer starken, eindringlichen Sprache. Wer diese Gaben Eides schätzt, der lese sein neues Buch, das siebte aus seiner Feder; er wird seine helle Freude daran haben. Mit rücksichtsloser Strenge brandmarkt Eick die wirtschaftspolitischen Irrtümer, die unsere freiheitliche Wirtschaftsordnung langsam, aber sicher zerstören werden, wenn man sie nicht bekämpft: wirtschaftspolitische Ignoranz, Verniedlichung der Inflation, Verwechslung von Voll- mit Überbeschäftigung, Klassenkampf, paritätische Mitbestimmung, Duldung übermächtiger Gewerkschaften, Laxheit im Kampf gegen Konzentration, Beteiligung breiter Schichten am Produktivvermögen, Glaube an die grenzenlose Belastbarkeit der Unternehmer, das Streikrecht im öffentlichen Dienst und die Beschimpfung der Unternehmer.

Das Buch ist ein konzentrierter Protest gegen Unvernunft, Klassenkampfideologie, Gruppenegoismus und blinden Reformeifer in allen Lagern – in der Regierung, im Parlament, bei den Unternehmern, den Gewerkschaften. Ein Journalist zeigt Flagge, weil er den Dingen nicht passiv und teilnahmslos ihren Lauf lassen will. Er zeigt sie stellvertretend für die vielen, die wie er in der Wolle gefärbte Marktwirtschaftler sind. Wenn alle das Buch lesen, die es angeht, müßte es Millionenauflagen erreichen. So groß ist heute schon die Zahl derer, die zu den Opfern der angeprangerten Irrtümer gehören. R. H.