Trotz der DDR-Drohungen und scharfer sowjetischer Kritik hat Bundespräsident Scheel am Montag das Gesetz über die Errichtung des Umweltbundesamtes in Westberlin unterzeichnet. Es tritt am Donnerstag in Kraft. Zuvor hatte Regierungssprecher Bölling erklärt, die gesetzgeberische Entscheidung über die Errichtung stehe im Einklang mit dem Berlin-Abkommen und den Auffassungen der drei Westmächte.

Die Kontroverse um das Bundesamt hatte sich am Wochenende verschärft. Die DDR-Regierung kündigte an, sie werde den Mitarbeitern der Bundesbehörde die Benutzung der Transitwege von und nach Berlin untersagen und nannte als Begründung, für die Durchreise dieses Personenkreises gebe es keine Rechtsgrundlage. Die Bundesregierung hält solche Behinderungen für einen Verstoß gegen das Berlin-Abkommen von 1971.

In einer Erklärung des sowjetischen Außenministeriums wird der Wille betont, "die Interessen der Sowjetunion und der ihr befreundeten DDR zu schützen". Es wird jedoch zugleich hervorgehoben, daß die Sowjetunion keine Spannungen in "Westberliner Angelegenheiten" suche.