Wird der so verfahrene Karren der japanischen Politik durch die Reformversprechungen der drei demissionierten Gegner des Tanaka-Kabinetts wieder flottgemacht werden können? Dies kann mit Fug bestritten werden. Fukuda und Miki visieren beide die nächsten Wahlen für den Parteivorsitz an, mit dem das Ministerpräsidentenamt automatisch verbunden ist. Chancen dafür hat vor allem Fukuda, der im Gegensatz zu dem liberalen Miki zum erzkonservativen Parteiflügel der Sato-Schule gehört.

Frühestens bis zum Herbst, wenn die Parteiämter des zweiten Gliedes neu verteilt werden, hätte Tanaka Zeit, die Zügel wieder fest in die Hände zu bekommen. Mit der Berufung seines bisherigen Außenministers und treuesten Anhängers Masayoshi Ohira zum Finanzminister, gab er gleichzeitig das Versprechen, die von Fukuda gegen Tanakas eigene Überzeugung durchgesetzte Politik des sparsamen Haushalts und der Stabilitätsbemühungen weiter fortzusetzen. Mit Hilfe des neuen Außenministers Toshio Kimura, eines Verwaltungsmanns rechter Provenienz ohne Hausmacht in der Partei, versucht er, mit außenpolitischen Meriten die innenpolitische Misere zu überbrücken.

Dazu gehört das Versprechen, die lang verschleppte Ratifizierung des Atomsperrvertrags durchzusetzen. Sie ist in der Öffentlichkeit populär, wurde jedoch von bestimmten Kreisen in Politik und Wirtschaft verzögert.

Stärkeren Zuspruch verspricht sich Tanaka aus der angekündigten Intensivierung der Kontakte mit Peking. Nach der problematischen Unterzeichnung des gemeinsamen Luftfahrtabkommens, bei dem Japan peinliche Zugeständnisse machen mußte, hat die japanische Diplomatie wieder Aufwind bekommen: Peking bietet den Japanern Erdöllieferungen in der Höhe von zehn Prozent der jährlichen chinesischen Ölproduktion an. Das würde 1980 rund 40 Millionen Tonnen ausmachen. Diese Menge übersteigt beträchtlich jene 25 Millionen Tonnen, die die Russen den Japanern für ihre Beteiligung am sibirischen Tyumen-Projekt in Aussicht gestellt haben.

Aber die wachsende japanische Abneigung gegen das Sibirienprojekt hat noch andere Gründe. Die Amerikaner weigern sich, in Sibirien zusammen mit den Japanern einzusteigen. Dies wird von politischen Kreisen in Tokio darauf zurückgeführt, daß man in Washington sicherheitspolitische Bedenken hat, mit amerikanischen Mitteln die Japaner an sowjetische Energiequellen heranzuführen. Wie immer auch die neue Zurückhaltung Washingtons zu erklären ist, sie trägt jedenfalls nicht zur Erwärmung der kühler gewordenen amerikanisch-japanischen Beziehungen bei.