Die Firma Krupp läßt zum erstenmal in ihrer 162jährigen Geschichte eine ausländische Kapitalbeteiligung zu. Die iranische Regierung erwirbt mit 25,04 Prozent des Aktienkapitals die Sperrminorität bei den Fried. Krupp Hüttenwerken, größte Tochtergesellschaft des Konzerns.

Nach den Worten des Aufsichtsratsvorsitzenden Beitz, der die sensationelle Vereinbarung in Teheran unterzeichnete, soll der Vertrag noch in diesem Jahr wirksam werden. Er sieht vor, daß ein iranischer Manager in den Krupp-Aufsichtsrat entsendet wird. Die Vertragspartner wollen außerdem eine gemeinsame Gesellschaft in Zürich gründen, über die Krupp künftig seine Investitionen außerhalb der Bundesrepublik tätigen und sein gesamtes technisches Know-how an den Iran vermitteln wird.

Vorstandsvorsitzender Mommsen sagte, für seine Firma sei die Verbindung von Know-how und Kapital wichtig. Krupp habe viele gute Ideen, die es allein nicht verwirklichen könne. Der Schah sieht den Vorteil des Geschäfts in Möglichkeiten der Industrialisierung seines Landes, das nicht allein vom Öl abhängen soll.