Damen-Tennis-Duell

Gewiß, Helga Masthoff (Essen), bislang Erste in der deutschen Rangliste der Tennisdamen, war sicherlich nicht in bester Form; aber wie sie in nur 45 Minuten, im internationalen Turnier im Düsseldorfer Rochusclub, gegen Katja Ebbinghaus (München) 2:6, 1:6 unterlag, das war so unerwartet wie zu Spekulationen anregend: Wird die Münchnerin, die eine Achillessehnenoperation überstanden hat, nun die Ranglistenspitze okkupieren können? Jedenfalls ist neue Spannung ins deutsche Damentennis gekommen.

Bendlins Rückkehr

Mit 8319 Punkten hatte Kurt Bendlin 1966, damals Sportstudent in Köln, einen sensationellen Rekord im Zehnkampf aufgestellt. Zwei Jahre darauf, bei den Olympischen Spielen in Mexiko, erhielt er die Bronzemedaille. Mehr als mancher andere hatte er unter dem physischen Streß des zweitägigen Wettbewerbs zu leiden. Achillessehne und manche Muskelpartien streikten. Vor drei Jahren schien das "Aus" fällig zu sein. Doch jetzt kehrte er, 31 Jahre alt, Diplom-Sportlehrer mittlerweile (nach rund zwanzig Semestern, wie behauptet wird), in die Arena zurück; in Trostberg in Bayern wurde er Deutscher Zehnkampfmeister, mit 7945 Punkten. Durchaus ein Triumph der Willenskraft ist das, und ein Beweis dafür, daß auch Leichtathleten nicht mehr so rasch zu "Veteranen" werden, wie es gestern noch gemeinhin angenommen wurde.

Ski-Tempo 189,473

Schnellster Mann auf Skiern ist der Amerikaner Steve McKinney, 20 Jahre alt. Mit fliegendem Start durchraste er die steile Meßstrecke auf dem Breithorn-Gletscher bei Cervinia mit einer Geschwindigkeit von 189,473 km/h; im vorigen Jahr hatte der Italiener Alessandro Casse in diesem allsommerlichen Wettbewerb 184,237 km/h erzielt. Ob’s Sport ist oder eine Art zirzensische Mutprobe, ist unter Kennern umstritten. Im Training war einer der Teilnehmer aus der Piste geflogen. Tot.

Windjammer-Regatta

Ob’s Sport ist oder eine schöne Schau, mag in diesem Falle umstritten sein: Wieder einmal, diesmal von Kopenhagen zur Halbinsel Heia, über 420 Seemeilen (eine Seemeile gleich 1852 Meter), wurde eine Windjammer-Regatta ausgetragen, eine Wettfahrt der Großsegler im Rahmen ihres traditionellen Treffens, der "Operation Sail 1974". Elf Nationen waren beteiligt. Es siegte "Gorch Fock" vor "Gorch Fock", und zwar deshalb, weil die Siegerin, die sowjetische Bark "Towarischtsch" ("Genosse"), das alte, nach Kriegsende ausgelieferte deutsche Schulschiff "Gorch Fock" ist. Die ziemlich genau nach ihren Plänen gebaute "Gorch Fock" der Bundesmarine kam auf Platz zwei. Dritte wurde die polnische "Dar Pomorza", die 1972 gewonnen hatte. Das Vollschiff war 1910 als "Prinzeß Eitel Friedrich" in den Dienst des Deutschen Schulschiffvereins gestellt worden, segelte dann, umgetauft in "Colbert", unter französischer Flagge und wurde 1929 von den Polen übernommen. Den Kaufpreis brachte man durch eine Sammlung unter der Bevölkerung von Pommerellen auf; daher der Name "Dar Pomarza": "Geschenk Pommerellens." Und soweit die Windjammer-Regatta doch ein Sport genannt, werden darf, so sehr ist sie "Veteranensport". Auch die neue "Gorch Fock" zählt schon sechzehn Jahre, für ein Schiff fast schon ein Greisenalter. Sprinter