Von Adolf Metzner

Zzum 75sten Jubiläum des Vereins erschien unter "Eintracht Frankfurt" ein von Herbert Neumann fesselnd geschriebenes Buch im Droste Verlag, Düsseldorf. Jetzt steht es allerdings unter dem harten Konkurrenzkampf der Schnellschußwerke über die Fußball-WM, die wie Pilze aus dem Boden schießen; das erste bereits 48 Stunden nachdem. Schiedsrichter Taylor den Schlußpfiff in München beim Finale ertönen ließ. Durch die großartigen Leistungen der "Eintrachtler" Grabowski und Hölzenbein erhält die Neuerscheinung aber doch wieder Aktualität.

Den Kenner der Geschichte dieses Klubs beschleicht bei der Lektüre jedoch etwas Melancholie, wenn er sieht, daß die Taten der Kicker gepriesen werden, die Leichtathleten aber, deren Ruhm strahlender war, mit zwei Säten mehr als stiefmütterlich behandelt werden. Allerdings betont der Verfasser, er beschränke sich auf die Fußballer, da eine Schilderung der Verdienste und Entwicklungen der anderen Abteilungen den Rahmen des Unternehmens gesprengt hätte.

Erstmals stand die Eintracht 1932 im Fußballendspiel und verlor unglücklich mit 0:2 gegen Bayern München, die man noch bei der Süddeutschen Meisterschaft mit gleicher Tordifferenz besiegt hatte. Damals besaß sie mehrere Nationalspieler, die noch "Internationale" hießen. Da war der ganz hervorragende Außenläufer Rudi Gramlich mit 24 Berufungen und das glänzende Verteidigerpaar Schütz und Stubb.

1959 wurden dann die Frankfurter Deutscher Fußballmeister. Sie gewannen im Finale in der Verlängerung gegen die Offenbacher Kickers im Berliner Olympiastadion. Exzellente Spieler wie Pfaff und Kreß sowie der Ungar Sztani, der an Eleganz kaum zu übertreffen war, standen in diesem Team, das dann noch bis ins Europapokalendspiel vordrang, freilich hier gegen Real Madrid auf verlorenem Posten stand. Vorher wurde aber der schottische Meister, die Glasgow Rangers, mit 6 : 3 und 6 : 1 deklassiert.

In dieser Bundesligasaison führte die Mannschaft der Eintracht lange die Tabelle vor den Bayern und Mönchengladbach an.

Aber zwischen den beiden Weltkriegen machten die Leichtathleten, und insbesondere die Sprinter, den Verein in aller Welt bekannt. Mit 115 Deutschen Meisterschaften weisen sie eine in Deutschland einmalige Bilanz auf. Allein die 4X100-m-Staffel wurde dreizehnmal gewonnen. Ich möchte vor allem die Zeit zwischen 1928 und 1939, die ich als damaliges Mitglied noch gut überblicke, hier kurz skizzieren. Die Namen der Athleten sind heute kaum bekannt, damals aber füllten sie die Spalten der Tages- und Sportpresse. In den Illustrierten erschienen ihre Photos und in den Wochenschauen der Kinos konnte man sie "laufend" erleben.