Die Furcht der Mächtigen – eine Furcht, die ich begreifen kann – vor einer geistigen Bewegung, die nicht kontrolliert werden kann, ist nach den Erfahrungen der Jahre 1967/1968 so verbreitet, daß ein paar unabhängig denkende Schriftsteller und Intellektuelle denen da oben das Schlafen und Träumen zur Qual machen. Ich möchte über diese Tatsachen nicht mit Ironie oder Schadenfreude schreiben; es ist für mich und meine Freunde ein Unglück, dessen Maßstäbe wir heute noch nicht übersehen können.

Ota Filip nach seiner Ausbürgerung aus der CSSR in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", 17. Juli 1974.

Armes Museum

Die Museen haben auch ihre Tradition. Alle Jahre wieder, bei passenden und feierlichen Anlässen hört man’s wieder: die Museen brauchen mehr Geld. Daß das so ist und warum das so ist, kann man jetzt ausführlich nachlesen in der Denkschrift der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Lage der Museen (erschienen im Harald Boldt Verlag, Boppard). Eins freilich wird man mit introvertierten Schriften wie dieser hier auch nicht schaffen: das Thema Museum zu einem Politikum zu machen, das dann auch Politiker zu gerechteren Geldverteilern im Sektor Kultur macht. Das täglich überbesuchte "Römisch Germanische Museum" in Köln nicht adäquat zu finanzieren, könnte sich kein kleiner oder großer Politiker leisten. Will sagen: aus dem Schmollwinkel heraus attackiert sich’s schlecht.

Lernen im Löwen-Land

Wo in der Bundesrepublik wohnen wohl die klügsten Schüler? Die Antwort: In bayerischen Dörfern, die Aindling, Burgweinting oder Beratzhausen heißen und die nicht einmal der große Brockhaus (von 1966) kennt. Diese wahrlich überraschende Tatsache wurde in einem weltweiten Test ermittelt, an dem 250 000 Kinder in 17 Ländern der Erde teilnahmen, unter ihnen 6000 bundesdeutsche Schüler, davon wiederum 1000 Buben und Madin aus dem Bayernland. Eines der Ergebnisse, das Computer in New York und Stockholm errechneten: die Viert- und Fünftkläßler überragen den Bundesdurchschnitt gleich um ein Viertel und zählen gar zur "Weltspitzenklasse", wie das Kultusministerium dieses "Sensationsergebnis" kommentiert: "Der bayerische Löwe hat Grund, sich aufs Podest zu stellen. Was Kenner schon immer behaupteten, jetzt ist es wissenschaftliche Tatsache: Im Löwen-Freistaat lernt man mehr als anderswo." Das hat, gewiß doch, mit seiner Politik der Maier Hans getan.

Leseforscher in Wien