Jetzt hat auch Jordanien die Palästinensische Befreiungsfront (PLO) als "rechtmäßige Vertretung" der Palästinenser anerkannt und sich dafür ausgesprochen, daß sie auf der Nahost-Friedenskonferenz in Genf auftritt. Diese Zugeständnisse sind in einem Kommuniqué enthalten, das König Hussein und der ägyptische Staatspräsident Sadat am vorigen Freitag nach einem dreitägigen Besuch des Monarchen in Kairo veröffentlichten.

Auf palästinensischer Seite ist die Entscheidung Husseins jedoch nicht mit reiner Freude registriert worden, denn die PLO wird in dem von Sadat mitvertretenen Dokument nicht als einzige rechtmäßige Vertretung der Palästinenser bezeichnet, wie diese Organisation es immer beansprucht hatte. Im "Haschemitischen Königreich", so heißt es im Kommuniqué, obliegt die Repräsentation der Palästinenser der jordanischen Regierung. Damit stellt Hussein klar, daß er der PLO weder in Jordanien noch im israelisch besetzten Westjordanien einen Führungsanspruch zubilligt. Die Kairoer Erklärung ist dennoch ein Entgegenkommen Husseins, denn er hatte die Anerkennung der PLO bisher verweigert.