Alex Möller, SPD-MdB und Ex-Finanzminister, unter dem die Steuerreform erst richtig in Gang gesetzt wurde, machte es seiner Fraktion besonders leicht, dem Steuerreformkompromiß zwischen Koalition und Opposition zuzustimmen. Möller erklärte seinen Genossen: "Wenn ich zustimmen kann, dann kann die ganze Fraktion guten Gewissens zustimmen." Möllers Rat wurde von links bis rechts befolgt. Das Jawort der SPD-Fraktion wurde einstimmig gegeben.

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Franz Klein, Ministerialdirektor in der Bonner Rheinland-Pfalz-Vertretung und früher Leiter der Steuerreformgruppe im Finanzministerium, wehrt sich gegen Koalitionsverdächtigungen, er habe früher als Finanzbeamter in Sachen Steuerreform andere Ansichten vertreten als heute in seiner Eigenschaft als Steuerreformmotor bei der Opposition. So habe er vor allem in der Abschaffung der Kinderfreibeträge und der Zahlung eines für alle gleichen Kindergeldes, zu dem sich die Unionsparteien erst sehr spät bekannten, stets die gleiche Auffassung vertreten.

Es sei schlicht falsch, ihm nach dem Frontenwechsel vom Regierungs- ins Oppositionslager auch einen Meinungswandel nachzusagen. Der Beweis für Kleins gleichbleibende Ansichten: Schon vor vier Jahren hatte er den damaligen Steuerstaatssekretär Heinz Haller darauf hingewiesen, daß er die Abschaffung der Freibeträge für verfassungsrechtlich bedenklich halte, weil die neue Regelung gegen den Grundsatz. der leistungsgemäßen Besteuerung verstoße. Haller indes wischte die Klein-Einwände vom Tisch.

Dafür, daß Klein dann bis zu seinem Ausscheiden aus den Regierungsdiensten zum Entstehen des Regierungskonzepts mit beitrug, hat Klein einleuchtende Gründe: "Als Beamter mußte ich mich schließlich an die Weisungen der Spitze des Finanzministeriums halten."

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Jörg Freiherr von Holzschuher, Schloßherr des von der Bundesregierung zum Gästehaus auserwählten Schlosses Gymnich in der Nähe von Bonn, legte sich mit der katholischen Kirche seiner Gemeinde an. In einem Rechtsstreit will der Baron klären lassen, ob ein 1208 Quadratmeter großes Grundstück in Gymnich ihm oder der Kirche gehört. Nach Ansicht des Freiherrn ist das Grundstück der katholischen Kirche widerrechtlich von seinem Onkel Rudolf Vicomte de Maistre zum Spottpreis von 500 Mark (heutiger Wert: 50 000 Mark) verkauft worden.