Den größten Sprung nach vorn machten 1973 die Mineralölkonzerne. Mit Umsatzsteigerungen von über 20 Prozent zählten sie zu den erfolgreichsten Firmen in der Bundesrepublik. Wie schnell sich jedoch Rangfolgen ändern können, zeigt ein Vergleich zum Vorjahr. Die Baufirmen, die 1972 Umsatzzuwachsraten von teilweise mehr als 30 Prozent aufwiesen, können im jetzigen Geschäftsabschluß nur noch mit mageren, manchmal sogar negativen Leistungen aufwarten. Als "stark" zeigten sich 1973 neben den Ölfirmen vor allem die Chemie-Industrie und die metallverarbeitenden Betriebe, die aus der Talsohle in einen Boom gelangten. Der BASF gelang der Sprung auf den zweiten Platz in der Rangfolge der Umsatzführer.

Damit drängte der Chemiekonzern das Haus Siemens auf den dritten Platz. Allerdings sind die Umsatzdaten beider Unternehmen nur bedingt vergleichbar. Laut Aktiengesetz ist jedes Unternehmen in der Bundesrepublik verpflichtet, Mehrheitsbeteiligungen im Inland in eine konsolidierte Bilanz einzubeziehen. Die Umsätze von BASF und Siemens enthalten somit nicht nur die Leistungen der Muttergesellschaft, sondern auch die von inländischen Mehrheitsbeteiligungen. Zusätzlich konsolidieren sie jedoch, wie viele andere der aufgeführten Firmen auch, ihre Mehrheitsbeteiligungen im Ausland.

Hier beginnt das Problem. Die sogenannten Weltbilanzen sind freiwillige Publikationen. Aber während BASF wie auch ihr Konkurrent Bayer im Weltumsatz die konsolidierten Netto-Umsatzerlöse (ohne Mehrwertsteuer) aller Gesellschaften der Gruppe zu 100 Prozent erfaßt, das heißt auch die Umsätze der 50prozentigen Gruppengesellschaften im In- und Ausland, bezieht Siemens nur die Umsätze sämtlicher in- und ausländischer Unternehmen in die Weltbilanz ein, an der das Haus direkt oder indirekt mit mehr als 50 Prozent beteiligt ist.

Bewertungsprobleme treten zusätzlich dadurch auf, daß einige Konzerne Umsatzdaten von Auslandstöchtern inklusive Umsatzsteuer nennen, wie AEG-Telefunken, während beispielsweise das Volkwagenwerk hier zuvor eine Bereinigung vornimmt. Besondere Fragen treten bei einigen Holdinggesellschaften auf. Die Quandt-Gruppe, die heute von zwei Familienmitgliedern repräsentiert wird, stellt zwar keine Konzernbilanz auf, wird jedoch auf Grund der Mehrheitsbeteiligungen, IWKA, Varta und BMW (ca. 75 Prozent), als eine Holding angesehen. Obwohl in dem einen oder anderen Fall durch Berücksichtigung einzelner Faktoren die Rangfolge anders gesehen werden kann, bleibt ein interessantes Bild von den Größenordnungen, wie die hundert größten deutschen Industriekonzerne sich selber darstellen.

jfr.