Die DDR hat am Dienstag erstmals einem Angehörigen des neuen Umweltbundesamtes in Westberlin die Durchreise auf den Transitwegen verwehrt. Der Leitende Regierungsdirektor und Chef der Zentralabteilung, von Nieding, wurde in der Nacht zum Dienstag am Kontrollpunkt Marienborn 40 Minuten ausgefragt und dann nach Helmstedt zurückgeschickt. Die Grenzwächter begründeten die Zurückweisung mit der "widerrechtlichen Eröffnung des Umweltbundesamtes" in Westberlin.

Nach den Worten des Regierungssprechers Bölling ist der Leiter der Bonner Delegation in der Transitkommission, Wulf, angewiesen worden, für Donnerstag eine Sondersitzung zu verlangen. Die Kommission hat die Aufgabe, Schwierigkeiten bei der Anwendung und Auslegung des Transitabkommens zu klären. Gelingt ihr dies nicht, so müssen beide Seiten den Streitfall ihren Regierungen vorlegen, die ihn "auf dem Verhandlungswege beilegen"

In Bonn wurde am Dienstag auch mit einem Protest der Westmächte bei den Sowjets gerechnet.