Der Mühlheimer Kaufmann Kurt Meyer will mit einigen Gesinnungsfreunden im kommenden Herbst eine vierte Partei gründen, die "ehrlicher und aufrichtiger Partner der CDU" sein soll. In einem vertraulichen Informationsbrief deutet Kurt Meyer, bislang Vorsitzender des "Aktionsausschusses für die Zusammenarbeit mit der CSU" an, daß eine bedeutende Persönlichkeit "grünes Licht" in Sachen vierte Partei gegeben habe. Meyer fordert zur Unterschriftensammlung für seine Idee auf und nennt in seinem Rundschreiben Ziele der kommenden Partei:

  • "Sie will ehrlicher und aufrichtiger Partner der CDU sein.
  • Sie wird dafür eintreten, daß sich Sozialismus, Marxismus und Kommunismus in der Bundesrepublik weder etablieren, festsetzen noch machtvollen Einfluß gewinnen kann".

"Als politische vierte Kraft will die neue Partei im Bundesgebiet – im besonderen in Nordrhein-Westfalen – die 15 bis 20 Prozent Nichtwähler ansprechen und Wählerschichten der SPD und FDP gewinnen, damit 1975 die Regierungskoalition in NRW und 1976 im Bund abgelöst werden können. Dabei wird nicht zu vermeiden sein, daß Randwählergruppen der CDU zu dieser neuen Gruppierung stoßen".

"Die neue politische Gruppierung wird sich als Partnerpartei der CDU in folgenden Punkten von der Letztgenannten unterscheiden:

  • National unzweideutig und zuverlässig, wird sie deutsche Interessen nach deutschen Gesichtspunkten vertreten. Nur als "Deutsche" sind wir Partner in einem freien Europa der "Vaterländer".
  • Sozialverpflichtet lehnen wir jede Spielart sozialistischer-marxistischer Vorstellungen ab..."

"Der Aktionsausschuß bekundet seinen Willen, die im Aufbau befindliche neue politische Partei in Würdigung des bundes- und weltweit anerkannten Leistungen von Dr. Franz Josef Strauß und seiner CSU Deutsche-Soziale-Union – DSU – zu nennen". (Aus dem Informationsbrief)