Italia – spröde Schöne

Nicht nur Spanien und Jugoslawien hoffen, als Urlaubsziele von der Zypernkrise kräftig zu profitieren. Schwach erhellt diese Hoffnung jetzt auch den italienischen Touristikhimmel. Tatsächlich können nur Urlauber, die aus politischen oder metereologischen Gründen kurzfristig umbuchen, Italien vor einem verheerenden Abschluß des Tourismusjahres bewahren. Der Verband für Handel und Tourismus, in dem dreihunderttausend Betriebe organisiert sind, beklagt schon jetzt einen Besucherrückgang von dreißig bis vierzig Prozent.

Diese Angabe deckt sich mit Beobachtungen des ADAC, wonach allein 35 Prozent weniger Bundesdeutsche nach Italien reisten. Dafür sind nicht nur Nachrichten wie die von der neuerlichen Typhusgefahr in Mittelitalien verantwortlich: Eine Kette von Streiks legte zeitweilig den Eisenbahnverkehr lahm und ließ Briefe (zum Beispiel mit Hotelbestellungen) nie ankommen. Auch die Verteuerungen innerhalb des letzten Jahres haben sich negativ ausgewirkt. Hotels haben ihre Preise um 15 bis 25 Prozent, manche Restaurants sogar bis zu fünfzig Prozent angehoben. Hinzu kommt die Einfuhrbeschränkung für italienische Währung (35 000 Lire). Auch bekommen Reisende, die keine Devisenerklärung vorweisen können, neuerdings Schwierigkeiten an der Grenze – einigen wurde sogar ihr Geld kurzerhand abgenommen. Der ADAC rät daher, bei der Einreise eine entsprechende Erklärung schriftlich auszufüllen.

Eine letzte Hiobsbotschaft für Autofahrer: die angekündigten Benzingutscheine gibt es keineswegs schon nach dem 6. August. Bis dahin sollte nur das Finanzministerium die Durchführungsverordnung erlassen haben. Aber wie das so ist bei Behörden: "verordnen" und "durchführen" sind durchaus zweierlei.

Fazit des ADAC: "Wir können Italien als Reiseland nicht mehr empfehlen."

Nach Portugal trotz Cholera?

Beruhigend tönt es aus dem portugiesischen Touristikamt in Frankfurt: Eine Impfung gegen Cholera sei für Portugalreisende nicht erforderlich. Bei den zuerst an der Algarve, später um Lissabon und im Norden aufgetretenen Cholera-Fällen handele es sich ausnahmslos um "leichte Erkrankungen". Die Situation sei fest unter ärztlicher Kontrolle und die notwendigen vorbeugenden Maßnahmen seien getroffen. – Dagegen hat das Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit alle Portugalurlauber vor der Ansteckungsgefahr gewarnt: Die Epidemie habe vor allem den Süden, aber auch den Nordwesten des Landes heimgesucht. Nach offiziellen Angaben ist die Zahl der Cholerafälle inzwischen auf 645 angewachsen; 18 Menschen sind bisher an der Krankheit gestorben. Wie auch das Ministerium versichert, sind bisher keine Touristen betroffen. Ihnen wird jedoch von dem Genuß rohen Gemüses abgeraten, ebenso von Salat, ungeschältem Obst und unzureichend gekochtem Fisch (auch Austern, Muscheln, Tintenfisch). Getränke solle man möglichst nur aus Flaschen zu sich nehmen und Eis meiden.