Erschöpfung

Im Daviscup-Wettbewerb stehen sich in der Europazone A Italien (nach dem 3:2 über Schweden) und Rumänien (3:2 gegen Frankreich) gegenüber, in der Europazone B die ČSSR (3:2 gegen die Bundesrepublik) und die Sowjetunion (4:1 gegen Jugoslawien). Wie die Deutschen in München gegen die Tschechen knapp verloren haben, werden Tennisfans so leicht nicht vergessen. Die Entscheidung fiel im letzten Einzel: Hans-Jürgen Pohmann gegen Jiri Hrebec 4:6, 1:6, 8:6, 10:12. "Noch einen Satz mehr", sagte der deutsche Mannschaftskapitän Wolfgang Hofer, "und beide wären halb tot vom Platz gegangen." Es war ein Match bis zur Erschöpfung; und das soll deshalb festgestellt sein, weil es mit dem, was man "Kampfgeist" nennt, im deutschen Tennis geraume Zeit nicht so sehr gut bestellt gewesen war.

Fünfte Tour

Der Favorit hat gesiegt; zum fünften Male hat der Belgier Eddy Merckx die Tour de France (die 61.) gewonnen, die nach wie vor berühmteste aller großen Straßenrundfahrten. Er ist "Superstar" und wird jetzt nach den Strapazen auf der Landstraße in vielen Rennen allein schon mit seinem Erscheinen "Kasse machen". Ein Gewinner der Tour de France ist stets umworben; Eddy Merckx ist das doppelt und dutzendfach. Frankreichs Radsportenthusiasten trösten sich derweil mit der Feststellung, daß Raymond Poulidor, der zu den Volkshelden unter den französischen Fahrern zählt, auf den zweiten Platz kam, und das noch in einem Alter von 38 Jahren.

Turnübung

Als "Wende" oder auch "Kehre" mag man dieses sportpolitische Stück bezeichnen: Die diesjährigen Weltmeisterschaften im Kunstturnen sollten in Varna, Bulgarien, stattfinden; aber weil die Bulgaren die Südafrikaner nicht einreisen lassen wollten, nahm der Internationale Turnerbund ihnen diese WM-Ausrichtung wieder ab, und München sprang als Austragungsort ein; und nun hat der Verband sich in einem außerordentlichen Kongreß in Montreux wiederum für Varna entschieden. Die Vertreter der Ostblockstaaten spielten geschickt zusammen, bis nach siebenstündiger Debatte die knappe Entscheidung mit 26:24 Stimmen fiel. In München hatte man schon mit dem Druck von Eintrittskarten begonnen. Was übrigens die Südafrikaner betrifft, so konstatierte Bulgariens Turnerpräsident kühl: "Es bleibt natürlich dabei, Südafrika bekommt keine Einreise." Nach den Statuten des Weltverbands ist das ein Regelverstoß; und auch ohne Statuten ist das alles eine seltsame Turnübung.

Säbelmeister

So rasch war noch kein Finale in einer Mannschaftsweltmeisterschaft der Fechter zu Ende. Nur 51 Minuten dauerte in Grenoble der Endkampf auf Säbel zwischen den Teams der Sowjetunion und Rumänien: 9:3 für die Sowjets. Im Kampf um den dritten Platz unterlagen die Ungarn gegen die Italiener 6:9. Die Italiener waren 1972 Olympiasieger.