Feierabend am Freitagmittag?

Wird die Regierungszentrale Bonn künftig von Freitagmittag an unbesetzt sein? Diese Frage ist entstanden, nachdem das Wochenpensum der Angehörigen des öffentlichen Dienstes ab 1. Oktober von 42 auf 40 Stunden verkürzt werden soll. Die meisten Bonner Staatsdiener plädieren dafür, diese zwei Stunden dem Wochenende zuzuschlagen. Praktisch hieße dies, daß die Mehrzehl der Amtsstuben freitags ab ein oder zwei Uhr, noch realistischer, nach Öffnung der Mittagskantinen ab 11:30 Uhr, nicht mehr besetzt wäre. Im Bundesinnenministerium als zuständigem Ressort hält man deshalb dafür, die tägliche Arbeitszeit der Bundesbediensteten nach dem Maß der 40-Stunden-Woche zu verkürzen. Wie die Kraftprobe zwischen den Wünschen nach einem weiter verlängerten Wochenende und der Staatsräson ausgeht, ist noch offen.

Mit Hitler voran

Höchster Wertzuwachs bei geringstem Risiko. Das verspricht die "Cannon"-Investment-Gesellschaft in einer sechsspaltigen Anzeige im britischen Guardian. "Zusammen sind wir stärker", heißt es dort weiter zu dem Kanonen-Versprechen: "Wir verhelfen Ihnen dazu, daß Ihr Geld für alle Zeiten seinen Wert behält." Geworben wird mit einem Konterfei. Adolf Hitlers in Siegerpose (aufgerissener Mund, hochgestreckter rechter Arm). Dazu heißt es in dem Werbespruch: "Als Hitler unser Feind war, schlugen wir ihn, weil wir zusammenstanden. Das ist auch heute wieder notwendig. Heute heißt unser neuer Feind: "Inflation". Ist das nun schwarzer Humor oder eine Geschmacklosigkeit? Oder etwa beides?

Ärger um Allon

Israels Außenminister Yigal Allon wird Englands Gastfreundschaft wohl kaum in guter Erinnerung behalten. Auf seinem Flug zu Minister Kissinger nach Washington hatte er, begleitet von seiner Frau, in London Zwischenstation gemacht, um Premierminister Wilson zu treffen. Vor dem Abflug von Heathrow wollte die Polizei Allon nach Waffen untersuchen. Der Israeli weigerte sich. Erst nach einer Rückfrage beim Foreign Office durfte er, ununtersucht, passieren. Die Maschine startete mit 45 Minuten Verspätung. Anfrage der israelischen Botschaft: "Glaubt denn irgend jemand, unser Außenminister und seine Gattin wollten ein Flugzeug entführen?"

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