Soeben sind die "Linkesten der Linken" mal wieder ins Gerede gekommen. In M. tauchte nämlich das Gerücht auf, diese Leute, denen man von eingestürzten Brücken bis zum Wintersommerwetter ungefähr alles zutrauen darf, wären auch schuld an dem Gerücht, die größte deutsche Bank sei in eine "Schieflage" geraten, in die sie dann nur durch dieses Gerede tatsächlich beinahe gekommen wäre.

Verdächtigt wurden natürlich die "Linkesten", weil ihre negative Einstellung zum Bankwesen nicht unbekannt geblieben ist. Erst eine Art von Dementi des Vorstandssprechers der Bank, Herrn E., befreite sie aus der ungemütlichen Lage. Die Vermutung, dahinter ständen die "Linkesten der Linken", habe sich nicht bestätigt, sagte Herr E. Die Linken ließen sich davon nicht beschwichtigen und wollen, sobald sie sich darüber einig geworden sind, wer von ihnen die Linkesten sind, den Gerüchteverbreitern auf die Spur kommen, wenn es sein muß, sogar mit Hilfe der Staatsanwaltschaft.

Mit genau diesen Worten deutete auch Herr E. an, daß man gegen die Urheber der Gerüchtewelle, deren Methoden sogar eine gewisse Strategie erkennen ließen, vorgehen wolle.

Obwohl ich mich selber kaum davon betroffen fühle, seit ich weiß, daß man von einer Bankpleite zwar als Gläubiger gewisse Nachteile, als Schuldner aber keine Vorteile erwarten darf, war ich dennoch entschlossen, eines unserer jüngsten Sorgenkinder, die Banken, nicht im Stich zu lassen. Darum ging ich der Sache auf den Grund – und wurde fündig! Eine Spur führte mich zu Gus Treppke, der sich einst als Mitglied einer Bankräuberbande einen Namen gemacht hatte. "Gus, ein offenes Wort von Mann zu Mann – was habt ihr mit der Bank angestellt?"

"Nichts, das kann ich schwören. So gut wie nichts. Seit Herstatt nämlich sind wir schwer verunsichert und haben jede Lust an unserem Gewerbe verloren. Manche von uns wollen sogar abwandern. Das Risiko, an eine Pleitebank zu geraten, ist zu groß. Zum Abschied wollten wir noch einen allerletzten großen Coup landen. Wir dachten dabei an eine Zweigstelle der

Ich hob warnend den Finger an die Lippen.

"... also einer Bank. Darum schickten wir Kalle Grün zu einer letzten Tatortbesichtigung."